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Josef Scharl in Bremen:Und jetzt die Fratzen!

Der Maler Josef Scharl war lange vergessen. Doch die Zeit scheint reif für seine mitfühlenden Sujets. Eine Ausstellung in Bremen widmet sich dem Werk des Künstlers, der im Exil in den USA fast vergessen wurde.

Von Till Briegleb

Josef Scharl war kein Malgenie. Woran man das erkennt? Daran, dass seine unmittelbaren Vorbilder in den Gemälden viel zu präsent sind. Beim Gang durch die Retrospektive des fast vergessenen Münchner Künstlers im Bremer Museum Böttcherstraße stehen Größere sozusagen als Inspiration Spalier: Bei nahezu jedem Werk des im Jahr 1896 Geborenen fällt auf, unter wessen Einfluss er gerade arbeitete. Zunächst waren das die Porträts, die Max Liebermann von Werktätigen malte, sie herrschen über das frühe Stadium von Josef Scharls Kreativität. Darauf folgen die fantastischen Landschaften von Vincent van Gogh, deren energischen Pinselstrich Scharl aufnimmt am Ende seiner Ausbildung an der Münchner Kunstakademie im Jahr 1921. Später sind es dann die Neuen Sachlichen, die Maskenumzüge James Ensors und die Herrschaftsfratzen von George Grosz, die ihn sichtbar beeinflussen. Und schließlich im amerikanischen Exil nach 1938 Pablo Picasso, Henri Matisse und die deutschen Expressionisten.

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