José Brunner blickt gleichzeitig von innen und außen auf die deutschen Diskussionen rund um den Nahostkonflikt: 1954 wurde er in Zürich geboren und wanderte mit 19 Jahren nach Israel aus, trat schon im Studium in Jerusalem einer jüdisch-arabischen Studentenbewegung bei. Er lehrte Politik, Rechtswissenschaften sowie Wissenschaftsgeschichte an der Universität Tel Aviv, in Harvard sowie in Zürich – und war zwanzig Jahre lang im wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Sozialforschung an der Uni Frankfurt, noch heute leitet er den Beirat des dortigen Sigmund-Freud-Instituts. Bei Ullstein erschien jüngst sein neues Buch: „Brutale Nachbarn. Wie Emotionen den Nahostkonflikt antreiben – und entschärfen können“.
Nahostkonflikt„Ich würde lieber schreien, als ein ordentliches Interview zu führen“
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„Man müsste eine Sprache der Kritik finden, die weder proisraelisch noch propalästinensisch ist, sondern die Situation sehr nüchtern beschreibt“: der Historiker José Brunner
Magdalena Deffner... doch die Wissenschaft sollte mit kühlem Kopf auf den Nahostkonflikt blicken: der israelisch-schweizerische Historiker José Brunner über die sehr spezielle deutsche Debatte zu Gaza und die Frage, ob dort ein Völkermord stattfindet.
Interview von Ronen Steinke
