Vielleicht sollte man gar nicht allzu viel hineindeuten wollen in diesen 160 Seiten knappen Roman „Vaim“ von Jon Fosse, vielleicht genügt es, ihn als kleine Parabel auf die Unberechenbarkeit des Lebens zu nehmen und sich daran zu erfreuen. Es ist der erste Roman des Norwegers Fosse nach 2023, dem Jahr, in dem er den Literaturnobelpreis bekam, nicht ganz unwichtig. Preise, das weiß man ja, können beflügeln. Oder lähmen. Bei Fosse scheint eher Ersteres der Fall zu sein. Möglich aber auch, dass er, der rund 40 Theaterstücke und mehrere Romanzyklen geschrieben hat, einfach nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist. So könnte es zumindest seinen vielen Fans gefallen, es passt zu gut zum Bild des kauzigen Skandinaviers, der auch noch in der norwegischen Minderheitensprache Nynorsk schreibt und für seine gewisse Knorzigkeit verehrt wird.
LiteraturEine Übung darin, die Dinge des Lebens ruhig geschehen zu lassen
Lesezeit: 4 Min.

In Jon Fosses Roman „Vaim“ bringt eine Frau zwei schweigsame Junggesellen aus der Fassung. Gemessen am melancholischen Gesamtwerk des Literaturnobelpreisträgers ist er direkt lustig.
Von Christiane Lutz

Literatur:In Jane Austens Büchern tragen alle Frauen Häubchen und wollen nichts als heiraten? Von wegen!
Über eine der klügsten Gesellschaftssatirikerinnen der Literaturgeschichte, deren messerscharfe Beobachtungen über Männer, Macht und Liebe auch heute noch relevant sind. Und wie.
Lesen Sie mehr zum Thema