Bei einer Tagung des Internationalen PEN-Clubs 1986 in New York zum Thema „Der Schriftsteller und der Staat“ überraschte John Updike die Anwesenden mit einem Lobgesang auf die amerikanische Post. Während Günter Grass an die Armen in der Bronx erinnerte, Grace Paley beklagte, dass zu wenig Frauen aufs Podium gelangten, Saul Bellow sich gegen die europäische Kritik an den USA wehrte und auf die Zustände in der Sowjetunion verwies, stimmte Updike einen wahren Päan auf die U. S. Mail an. „Nie kann ich an einem blauen Briefkasten vorübergehen, ohne einen Funken Wärme, Staunen und Dankbarkeit dafür, dass dieses komplizierte, riesige Unternehmen zu meinem Vorteil unterhalten wird.“
Briefe von John UpdikeSex muss sein
Lesezeit: 10 Min.

John Updike soll 25 000 Briefe verfasst haben, das wären mehr als bei Goethe. Jetzt wurde erstmals eine Auswahl veröffentlicht – darunter explizite Nachrichten an seine zwei Ehefrauen und dreizehn Geliebten.
Von Willi Winkler

Karl Ove Knausgård:Der Klempner der Weltliteratur
In der Essaysammlung „Im Augenblick“ wühlt sich der norwegische Literaturstar Karl Ove Knausgård erneut durch die Welt und sein Inneres wie durch ein verstopftes Abflussrohr. Er will unbedingt wissen: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Lesen Sie mehr zum Thema