100 Jahre John Rawls, 50 Jahre "Theorie der Gerechtigkeit":Der Schlüssel

Lesezeit: 7 min

John Rawls

John Rawls im März 1990.

(Foto: Reuters)

John Rawls' vor 50 Jahren erschienene "Theorie der Gerechtigkeit" ist das einflussreichste Buch der politischen Philosophie der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er denkt darin Gerechtigkeit als Fairness. Ist die Idee gut gealtert?

Gastbeitrag von Dirk Lüddecke

Als 1971 John Rawls' "Theorie der Gerechtigkeit" erschien, bedeutete das für einige Zeitgenossen nichts Geringeres als ein säkulares Lazaruswunder. Die politische Philosophie, der man bereits den Totenschein ausgestellt hatte, habe sich reanimieren lassen - und das nicht nur, um einige weitere Generationen und Buchmessen lang dahinzusiechen, sondern um höchst vital Argumentationsgefechte in der Welt der Philosophie und anspruchsvolle Selbstverständigungsdebatten in der modernen Gesellschaft zu inspirieren. Schon dieser - in der Sache natürlich vollkommen falsche - Mythos von Tod und Wiedergeburt der politischen Philosophie zeigt: Das Buch etablierte durch ein originelles Arrangement vertrauter Motive einen neuen Denkstil der politischen Philosophie.

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