Belgische Literatur:Leben auf 64 Feldern

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Alles hier ist weich und gepolstert: der belgische Schriftsteller Jean-Philippe Toussaint. (Foto: imago images/Hans Lucas)

Während der Pandemie wollte Jean-Philippe Toussaint Stefan Zweigs „Schachnovelle“ übersetzen. Fast nebenbei entstand eine Autobiografie am Leitfaden des Schachspiels.

Von Gustav Seibt

Das luftige, unbestimmte Genre des Memoirs, der autobiografischen Erkundung, wurde zuletzt vor allem als Sozialroman verwirklicht. Die Einzelnen, die da schrieben, zeigten, wie sich das Subjekt an widrigen gesellschaftlichen Umständen – materieller und kultureller Armut, Gewalt, Lieblosigkeit – abarbeitete, sich härtete und womöglich behauptete, sich entwickelte und am Ende siegte. Édouard Louis’ „Anleitung ein anderer zu werden“ (2022), dürfte bis auf Weiteres das beste, das kanonische Beispiel dieser Ausprägung des autobiografischen Schreibens sein.

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