Unter allen, die seit 1901 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurden, war und ist Jean-Marie Gustave Le Clézio, Preisträger des Jahres 2008, gewiss einer der Fleißigsten. Der 1940 in Nizza geborene Schriftsteller, der familiäre Wurzeln in Frankreich und auf Mauritius hat und beide Nationalitäten besitzt, hat nach seinem 1963 erschienenen Debütroman „Das Protokoll“ mindestens vier Dutzend Bücher veröffentlicht. Diese Produktivität hat freilich auch außerliterarische Motive: Le Clézio stellt sein Schreiben explizit in den Dienst einer Botschaft, die es stetig zu erneuern gilt.
LiteraturIm Sound einer Unicef-Spendenbroschüre
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Der Literaturnobelpreisträger J. M. G. Le Clézio berichtet in seiner Geschichtensammlung „Neues von den Unerwünschten“ herzzerreißend vom Unrecht der Welt. Das ist schön – solange man keine literaturkritischen Maßstäbe anlegt.
Von Kristina Maidt-Zinke
