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Porträt:Die Reifeprüfung

"Ich hatte das Gefühl, ich konnte da alles spielen und ausprobieren, was ich nur wollte": Dank seiner Tante hat Dayna Stephens eine schwere Krankheit überstanden. Jetzt ist ihm der Durchbruch als Musiker gelungen.

(Foto: wowe)

Im New Yorker Jazz-Club "Village Vanguard" spielten einst Dizzy Gillespie und John Coltrane. Jetzt gehört auch Dayna Stephens zum Branchenadel.

Es ist noch nicht allzu lange her, da fühlte sich New York für den Saxofonisten Dayna Stephens an wie ein Gefängnis. Er konnte nicht reisen, was für Jazzmusiker existenzbedrohlich ist, weil sie ihr Geld vor allem mit dem Touren und am allermeisten auf den großen Festivals verdienen, von denen die besten in Europa und Japan stattfinden. Aber Dayna Stephens hatte mit 31 eine Krankheit eingeholt, die ihn schon seit seiner Kindheit plagte. Glomerulosklerose nennt sich die. Ihr Verlauf ist ungefähr so kompliziert wie ihr Name. Jedenfalls musste er regelmäßig seine Nieren an ein Dialysegerät anschließen. Das war auf Reisen so teuer, dass sich das mit den Gagen nicht mehr rechnete, die für Jazzmusiker in Amerika auch in der ersten Liga, in der er spielt, eher bescheiden sind. Aber dann, nach sechs Jahren, erklärte sich seine Tante bereit, ihm eine ihrer Nieren zu spenden. Die Operation verlief gut. Und deswegen heißt sein letztes Album auch "Gratitude". Dankbarkeit.

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