Eines wird ziemlich bald klar: Mit dieser Mutter, von der Andrea Bajani erzählt, möchte man nicht tauschen. Sie muss eine derartig traurige, einsame Existenz führen, unter der Fuchtel ihres tyrannischen Ehemanns, dass es mal fassungslos macht beim Lesen, dann spürt man Mitleid, irgendwann auch blanke Wut. Immer wieder fragt man sich: Wie kann sie diese ständige Unterdrückung nur ertragen. Und: Kann denn niemand diese Frau aus ihrer Misere befreien?
LiteraturGrüße an die Eltern
Lesezeit: 3 Min.

Italien diskutiert über patriarchale Gewalt, und Andrea Bajani bekommt den wichtigsten Literaturpreis für einen Roman über die Familie als Zwangssystem: Irgendwann, erzählt er, muss man einfach gehen.

Schriftstellerin Lena Schätte:Wir sind halt nicht wie die
Lena Schätte arbeitet als Psychiatriekrankenschwester in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Und hat einen unglaublich guten Roman über das Aufwachsen mit einem alkoholkranken Vater geschrieben – im Café eines Hagebaumarkts. Ein Ortsbesuch.
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