Ömer Koç leitet den größten Konzern der Türkei. Die Koç Holding soll allein zehn Prozent des türkischen Bruttosozialprodukts erwirtschaften und verkauft nahezu alles, von Brot bis zu Militärfahrzeugen. Und trotzdem steht der Milliardär Ömer Koç an diesem Morgen im Garten eines verfallenen Waisenhauses und zitiert Kemal Atatürk, dass der Erfolg jeder Revolution sich an der Freiheit der Kunst messen lasse. Dann skizziert er in einer kurzen Rede eine politische Situation, in der die Grundfeste der Demokratie bedroht seien. Ohne den türkischen Präsidenten Erdoğan namentlich zu nennen, fordert er, dass die zeitgenössische Kunst und mit ihr die ganze Gesellschaft sich unzensiert entfalten solle. Die Wörter „Revolution“ und „Freiheit“ fallen wiederholt.
Istanbul-BiennaleDie Freiheit sucht sich ihre Wege auch in sperrigem Gelände
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Wo unter den Direktiven von Terrorbekämpfung und Moral widerspenstige Kultur verhindert wird: Die 18. Istanbul-Biennale reibt sich an den türkischen Verhältnissen.
Von Till Briegleb
