Die Moral hat schon lange keinen leichten Stand mehr. Zwar würde niemand sagen, dass er nicht versucht, ein guter Mensch zu sein, aber der "Gutmensch" ist längst ein beliebtes Schimpfwort für alle, die sich dabei auch nur ein paar Zentimeter zu weit hinauswagen aus dem Privaten. Und selbst da sollten sie sich nicht mehr allzu sicher fühlen. Wer sich heute einen Tick zu energisch Gedanken darüber macht, ob das gute und richtige Leben im Angesicht des Klimawandels nicht auch einen Verzicht auf liebgewonnene Konsumgewohnheiten bedeuten muss, riskiert, umgehend als "moralinsauer" abgeheftet zu werden, Kategorie übertrieben sittenstreng, Abteilung lästig bevormundend.
Iris Murdoch: "Die Souveränität des Guten"Mut zur Demut
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"Die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, ist Arbeit." Iris Murdoch (hier im Jahr 1963) wurde 1919 in Dublin geboren. 1978 erhielt sie für ihren Roman "Das Meer, das Meer" den Booker Prize.
Evening Standard/Getty ImagesDer Literaturstar Iris Murdoch hinterließ eine Moralphilosophie, die es gerade heute verdient, wiederentdeckt zu werden.
