Seit dreißig Jahren erscheinen die Bücher von Virginie Despentes bei dem großen Pariser Verlag Grasset. Die Punk-Autorin und linke Feministin, 56, ist eine der großen Gegenwartsstimmen Frankreichs. Berühmt wurde sie 1994 mit dem Roman „Baise-moi“, bei dessen Verfilmung sie 2000 auch Regie führte, zuletzt erschienen von ihr auf Deutsch „Das Leben des Vernon Subutex“ und „Liebes Arschloch“ (2017 und 2023, Kiwi), die nicht nur in Frankreich viel und kontrovers diskutiert werden. Nun verlässt sie zusammen mit 230 weiteren Autoren Grasset aus Protest gegen die abrupte Entlassung ihres Verlegers Olivier Nora durch den neuen Besitzer von Grasset, den rechts-identitären Unternehmer Vincent Bolloré. Es ist ein kollektiver Aufbruch ohne Plan für die Zukunft, wie ihn die französische Literaturszene noch nicht erlebt hat. Despentes muss gleich los nach Barcelona, zum Büchersalon. Sie hat Zeit für ein langes Telefongespräch in Paris, zwischendurch hört man durch den Hörer das Klacken des Feuerzeugs.
Literatur„Er zerstört, er erniedrigt, es macht ihm offensichtlich Spaß, Leute spektakulär zu entlassen“
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Was können Literaten gegen die neuen Rechten tun? Ein Gespräch mit der französischen Bestsellerautorin Virginie Despentes über die Diskursverschiebung und die Spaltung der Grande Nation, die der rechtsextreme Milliardär Vincent Bolloré auch in ihren Verlag getragen hat.
Interview von Oliver Meiler
