Was bedeutet das Wüten Donald Trumps für die Stellung und die auswärtigen Beziehungen der Vereinigten Staaten und für die Welt auf längere Sicht? Während das aktuelle Lagebild täglich schwankt, schält sich bei politikwissenschaftlichen Beobachtern eine grundsätzliche Diagnose heraus: Die „liberale Weltordnung“ sei nun endgültig zerstört, nachdem der russische Überfall auf die Ukraine ihr schon den ersten schweren Stoß versetzte. Nun kehre ein neues Zeitalter der „Geopolitik“ im Modus ungefilterter Machtpolitik zurück. Die so reden, nennen sich „Realisten“ bei der Betrachtung internationaler Beziehungen.
US-PolitikRealismus, im Ernst?
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Gilt nun wieder das Recht des Stärkeren – bei Zöllen wie in der Geopolitik? Trump-Versteher der „realistischen“ Schule haben derzeit Konjunktur. Doch ihr ideologischer Begriff von Machtpolitik greift zu kurz.
Von Gustav Seibt
