Wer gelegentlich literarische Lesungen besucht, kennt dieses eigenartige Schauspiel, wenn der Autor oder die Autorin auf der Bühne Platz nimmt, vor sich ein Mikrofon und ein Glas Wasser. Ein Räupern, ein Ruckeln, und dann muss sich das Buch in etwas Lebendiges verwandeln, in eine Geschichte, aus der die Figuren buchstäblich heraustreten. Manche Autoren erwerben im Laufe ihrer Karriere schauspielerische, sogar komödiantische Fähigkeiten, aber das gelingt längst nicht jedem. Die Erwartungen der Zuschauer sind hoch: Sie möchten am liebsten etwas „Echtes“ und „Persönliches“ hören, bloß keine halben Sachen, volle Selbstentblößung!
LiteraturDer Auftritt seines Lebens
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Ingo Schulze ist unter anderem Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und des PEN-Zentrums Deutschland.
Friedrich BungertDer Sommer 1979 an den Mecklenburger Seen, eine Novelle, die den Sex ausspart, und Jahre später eine Lesung, die aus dem Ruder läuft: Ingo Schulzes Roman „Das Wasser im August“ ist ein raffiniertes Vexierspiel mit ostalgischem Einschlag.
Von Christian Mayer
