Vergangene Woche stürmten mehrere Mitglieder indigener Völker die laufende Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém. Dabei diskutieren dort nicht mehr nur die Industriestaaten über die Köpfe der weniger reichen Länder hinweg, sondern versuchen mittlerweile, die Betroffenen einzubinden. Den indigenen Gemeinschaften in dem südamerikanischen Land scheint sich die Situation allerdings exakt so darzustellen wie zur Zeit der ersten europäischen Einwanderer, die sich vor allem als Eroberer verstanden und sich bis heute auch so benehmen. Sei es im Gewand der nordamerikanischen evangelikalen Missionare oder des europäischen Entwicklungshelfers, ganz zu schweigen von den Garimpeiros, den brasilianischen Goldsuchern, die sich ihren Weg in die Gebiete der Indigenen mit Waffengewalt freikämpfen und ihnen vergiftete Flüsse, unfruchtbare Landschaften und tödliche Seuchen hinterlassen.
KlimakonferenzWer hat hier keine Ahnung?
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Nach ihrem Protest gegen die Weltklimakonferenz ist es an der Zeit, über die Indigenen in Brasiliens Regenwald nicht nur zu reden – sondern ihnen auch mal zuzuhören. Was denken die Yanomami über die Weißen?
Von Helmut Mauró
