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An der Chart-Spitze: Shakira:Wacker, wacker

Mit dem WM-Song "Waka Waka - This Time for Africa" quält uns Shakira durch den Sommer. Dabei könnte doch alles so schön sein. Die Bilder.

24 Bilder

FIFA World Cup Kick-off Celebration Concert

Quelle: Getty Images

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Mit dem WM-Song "Waka, Waka - This Time for Africa" quält uns Shakira durch den Sommer. Dabei könnte doch alles so schön sein. Die Bilder.

Kennen Sie die Dame mit dem ganz speziellen Hüftschwung? Die sich neben dem berühmtesten Hintern (Jennifer Lopez), dem berühmtesten Mund (Julia Roberts) und der berühmtesten Nase aller Zeiten (Kleopatra) schon jetzt unsterblich gemacht hat, in dem sie steif und fest behauptet, Hüften würden niemals lügen?

Text und Bildauswahl: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de

Shakira, 2002

Quelle: AP

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Ganz recht, wir sprechen von Shakira, die sich auf der Bühne und in ihren Musikvideos gerne als junge Wilde gebärdet, und deren Kopf und Beine, Hüften und Arme anderen Gesetzen zu gehorchen scheinen als beim normalen Erdenbürger. Weshalb sie von ihren Fans heiß verehrt und von Kritikern auf ihre Hüftspielchen reduziert wird.  

Shakira, 2002

Quelle: Reuters

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Der 33-jährigen Shakira Isabel Mebarak Ripoll, die als Tochter eines libanesischen New Yorkers und einer spanischstämmigen Kolumbianerin in Barranquilla, Kolumbien, geboren wurde, mag das nicht so recht gefallen: Sie wolle nicht auf die Rolle der heißen Latina festgelegt werden, verriet sie in einem Interview.

Wetten Dass...? In Salzburg

Quelle: Getty Images

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Dies dürfte der Grund sein, warum sie nach dem Ersterfolg in ihre leidenschaftlichen Tanzeinlagen inzwischen zunehmend spanische, ...

Singer Shakira performs during the 'Rock in Rio' music festival in Arganda del Rey near Madrid

Quelle: Reuters

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... indische, ...

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Quelle: afp

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... und auch gerne mal orientalische Moves und Showelemente einbaut, um der Hüfte Zucker zu geben, ihr Bild als Weltbürgerin zu festigen und einfach eine größere Bandbreite anzubieten. Kaffee gibt es ja inzwischen auch in sämtlichen Geschmacksrichtungen, ...

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... da muss flexibel bleiben, was eine echte Marke ist. Und nun das:

Shakira

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Shakira singt die WM-Hymne. Das hochoffizielle Lied zur Weltmeisterschaft, wohlgemerkt findet die vielbeachtete Fußball-WM dieses Mal in Afrika statt, wird nicht etwa von einem einheimischen Künstler gesungen. Es musste was Blondes her. Wer eignete sich da besser als die "wilde" Shakira, die doch so ungeheuer vielseitig ist?

Shakira, 2002

Quelle: Reuters

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Um es gleich zu entkräften: Das Lied selbst ist nicht so weit von Afrika entfernt, wie vielfach angenommen und auch kritisiert wird: Waka Waka (This Time for Africa) stammt im Original aus dem Jahr 1986 von der Gruppe Golden Sounds aus Kamerun und gilt als inoffizielle kamerunische Nationalhymne, basierend auf dem traditionellen afrikanischen Soldatenmarsch Zangalewa. Also: inoffiziell afrikanisch, offiziell Shakira. Die Erblondete ist übrigens bekennender Fan der deutschen Metal-Band Scorpions, die auch scheinbar überall mehr als in ihrem Heimatland verehrt wird. Aber das nur am Rande.

Colombian pop star Shakira performs during her concert in Bogota

Quelle: Reuters

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Jedenfalls sollte man sich durch solche Kleinigkeiten nicht ablenken lassen ...

Shakira

Quelle: SZ

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... von der Wandlungsfähigkeit, ...

SHAKIRA

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... den mitreißenden Eigenschaften und den zweifellos zu feiernden Erfolgen der Sängerin, die allerdings erst so richtig erfolgreich wurde, als sie von ihren spanisch-kolumbianischen Wurzeln abrückte, sich die Haare blondierte und Englisch lernte:

Shakira kündigt US-Tournee 'Oral Fixation' an

Quelle: dpa

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Entdeckt wurde Shakira, die schon als Kind fleißig Songtexte geschrieben hat, als 13-Jährige. In einem Hotel ihrer Heimatstadt drückte sie einem Sony-Manager eine Kassette mit eigenen Songs in die Hand. Im zarten Alter von 14 veröffentlichte sie ihr erstes Album, Magia. Mit 16 Jahren, während Gleichaltrige gerade anfangen, sich überhaupt für Musik zu interessieren, brachte Shakira schon ihr zweites Album heraus. Doch auch Peligro (Gefahr) wurde kein Erfolg. Also beugte sie sich erst mal doch wieder über ihre Schulbücher, um einen Abschluss zu machen.

Shakira

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Zwei Jahre später kehrte die inzwischen Volljährige ins Musikgeschäft zurück und war dem kolumbianischen Publikum inzwischen durch ihr Mitwirken in einer Telenovela bekannt. Auch diese wurde wieder abgesetzt - dafür sollte es nun mit der Musik besser klappen: Ihr bereits drittes Album, Pies Descalzos (Barfuß), verkaufte sich plötzlich mehr als fünf Millionen Mal - dadurch wurde man international auf die kolumbianische Tanzmaus aufmerksam. Es folgte ein weiteres erfolgreiches Album auf Spanisch und 2001, schließlich, in Zusammenarbeit mit Gloria Estefan, ihr erstes englischsprachiges Album, das gleich 13 Millionen Mal verkauft wurde. Mit Hilfe der Singles Whenever, Wherever und Underneath Your Clothes wurde sie endlich zu dem, was sie immer sein wollte: ein internationaler Popstar. Dass sie dafür ihre Muttersprache ablegen musste, fiel ihr allerdings schwer.

Shakira

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Nach ihrer vielbeachteten Oral Fixation-Tour, der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Wyclef Jean - Hips don't lie (2006) ist Shakiras bisher erfolgreichtes Lied - wurde es ruhiger um die Wilde, die seit 2001 mit dem ältesten Sohn des ehemaligen argentinischen Staatspräsidenten Fernando de la Rúa verlobt ist. Zwar produzierte sie weiter fleißig Alben, konnte aber nicht mehr an ihre großen Erfolge anknüpfen. Ihre Einnahmen reichen trotzdem dafür aus, regelmäßig große Summen für benachteiligte kolumbianische Kinder und Naturkatastrophen zu spenden. An ihrem 32. Geburtstag eröffnete Shakira eine sechs Millionen Dollar teure Schule in ihrer Heimatstadt Barranquilla - es ist bereits ihre fünfte Schule. Nachdem bekannt wurde, dass die Sängerin mit der südafrikanischen Band Freshlyground den offiziellen WM-Song anstimmen würde, kündigte sie kurz darauf auch eine neue Welttournee an, die im September in den USA starten soll. Am Dienstag wurde bekannt, dass sie mit mit ihrem WM-Song die Single-Charts erobert hat. Und auch wenn das unermüdliche Waka Waka wohl trotzdem kein Lied ist, das Geschichte machen wird, zumal die Entertainerin in dem Musikvideo auch eher blass bleibt:

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Der Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez schrieb über sie: "Shakiras Musik hat eine persönliche Note, die keiner anderen gleicht. Niemand kann singen und tanzen wie sie, in jedem Alter, mit solcher unschuldigen Sinnlichkeit, die ihre eigene Erfindung zu sein scheint." Ob es tatsächlich ihre eigene Erfindung ist, mag dahingestellt sein, aber es stimmt:

PICTURES OF THE YEAR 2006

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Shakira mag bisweilen optisch kaum von Konkurrentin Beyoncé Knowles (im Bild) zu unterscheiden sein - aber sie ist weniger perfektionistisch. Shakira ist wild, sexy, leidenschaftlich - aber sie ist nie ...

Britney Spears

Quelle: ap

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... so anzüglich wie eine Britney Spears, ...

Jennifer Lopez performs at the 2010 MTV Movie Awards in Los Angeles

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... nie so divenhaft wie eine Jennifer Lopez, ...

Mariah Carey entertains  shareholders at Wal-Mart Stores Inc's annual general meeting in Fayetteville, Arkansas

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... nie so peinlich überschwänglich wie eine Mariah Carey, ...

San Diego Padres v New York Mets

Quelle: afp

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... und weder so raumgreifend wie Lady Gaga, ...

Perry performs during the Volkswagen launch of the of the new 2011 Jetta in New York

Quelle: Reuters

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... noch so blass wie Katy Perry. Vom Können her ...

CHRISTINA AGUILERA  PERFORMS AT WANGO TANGO CONCERT AT DODGER STADIUM IN LOS ANGELES

Quelle: Reuters

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 ... wäre Shakira am ehesten mit Christina Aguilera zu vergleichen - nur dass diese sich noch mehr verbiegt, um sich dem Publikumsgeschmack anzupassen. Ja, Shakira stellt ihren Körper zur Schau, aber wenn man genau hinschaut und ihren Choreographien folgt, wird das bei ihr immer zum Zwecke des Tanzens, zum Transportieren der Musik eingesetzt - und das macht sie doch recht wacker.

Singer Shakira performs during the 'Rock in Rio' music festival in Arganda del Rey near Madrid

Quelle: Reuters

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Insofern ist es eigentlich schade, dass sich Shakira mit dem WM-Song ein bisschen lächerlich macht - aber sonst hätten wir auch keinen Anlass gehabt, sie hier einmal so ausführlich zu würdigen.

© sueddeutsche.de/rus/cmat
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