Kristen Stewart:Hart aber zart

Sie würde nie für Heidi Klum lächeln, steht aber bei den Mädchen und Vampiren dieser Welt sehr hoch im Kurs: Kristen Stewart ist alles andere als eine Anfängerin.

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Jodie Foster und Kristen Stewart in dem Film "Panic Room"

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Sie würde nie für Heidi Klum lächeln, steht aber bei den Mädchen und Vampiren dieser Welt sehr hoch im Kurs: Kristen Stewart ist alles andere als eine Anfängerin. Die Bilder.

Erinnern Sie sich noch an dieses Häufchen Elend? In dem Film Panic Room (im Bild) hatte Jodie Foster 2002 nicht nur Haus und Geld vor äußerst brutalen Einbrechern zu schützen, sondern auch ihr elfjähriges Töchterlein, das nicht bei bester Gesundheit war: Kristen Stewart spielte damals recht glaubwürdig die so zuckerkranke wie widerstandsfähige kleine Sarah. Inzwischen ...

Text und Bildauswahl: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de

Kristen Stewart

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... ist aus dem blassen Kind eine weltweit verehrte Jungschauspielerin geworden, die zu den Top-Verdienerinnen Hollywoods gehört. Bis dahin war es kein Zuckerschlecken.

Kristen Stewart: 'Ein Girlie war ich nie'

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Dass inzwischen kaum ein Tag vergeht ohne eine Schlagzeile über die 20-Jährige, in der darüber gerätselt wird, ob sie nun mit ihrem Schauspielkollegen zusammen, lesbisch oder schwanger ist, war so nicht abzusehen: Quasi über Nacht wurde Kristen Stewart zum Star.  

Kristen Stewart

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Die romantische Verfilmung der Twilight-Saga von Stephenie Meyer über die Liebe der jungen Bella zu einem Vampir namens Edward machte sie und ihren Kollegen Robert Pattinson 2008 unter Teenagern berühmt. Twilight- Bis(s) zum Morgengrauen hieß der erste Film, 2009 folgte New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde, an diesem Donnerstag kommt Eclipse - Bis(s) zum Abendrot in die deutschen Kinos. Und die Fangemeinde wächst so beständig, dass weder die Autorin der Romanvorlage, noch die Filmemacher, noch die Darsteller ihr Glück fassen können.

Kristen Stewart

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Die vielen Fans, die ständige Aufmerksamkeit machten sie nervös, lässt Stewart verkünden. "Ich war nie so fanatisch wie einige 'Twilight'-Fans", sagt die Schauspielerin. Es überrasche sie, wenn Menschen bei ihrem Auftritt in Heulkrämpfe verfielen. Schließlich gibt Kristen nun gerade nicht den Vorzeige-Hollywoodstar ab.

Actress Kristen Stewart arrives for the premiere of the film 'Welcome to the Riley's' at the Sundance Film Festival in Park City

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Schlechtgelaunte Erwachsene bezeichnen sie gerne als blass, mürrisch, entrückt oder störrisch, wie das mit allen Mädchen passiert, die nicht gerne auf Befehl lächeln.

Kristen Stewart

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Selbst wenn sie zwischendurch blond ist, spielt sie nicht das All American Girl, wäre niemals ein kalifornisch gebräuntes Busenwunder, und auch hier wird nicht gelächelt. Eigentlich ist das bewundernswert. Und möglicherweise ist dies ein Geheimnis ihres ungeheuren Erfolgs: Sie schließt eine Marktlücke, gibt den Fans ein Stück Authentizität zurück. Denn in dem Alter, in dem die meisten ihrer Zuschauerinnen sind, ist man eben nicht dauergrinsend und perfekt. Sondern das Gegenteil. 

Kristen Stewart

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Kristen Stewart wirkt "edgy", ein bisschen düster, ein bisschen blass, etwas schüchtern, und ihr Leinwand-Lächeln eher nüchtern, was ihr von Journalisten oft als Genervtheit ausgelegt wird. In die Kameras sagt sie Dinge wie: "Das Filmbusiness ist ein von Männern bestimmtes Geschäft, in dem Frauen benutzt und ausgebeutet werden. Das lässt sich einfach nicht leugnen."  Harte Worte von einem so zarten Wesen. Doch sie muss es wissen:

Kristen Stewart

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1990 in Los Angeles geboren, steigt sie als Tochter eines TV-Produzenten und einer Script-Supervisorin aus Hollywood schon früh ins Filmgeschäft ein: Mit acht Jahren wird sie bei einer Theateraufführung in der Grundschule von einem Schauspielagenten entdeckt und bekommt eine Rolle in einem Disney-TV-Film, eine Komparsenrolle bei den Flintstones und ein paar Werbespots. Schon in ihrem ersten Kinofilm, The Safety of Objects (2001) mit Glenn Close spielt sie die burschikose Tochter einer alleinerziehenden Mutter. Ein Jahr später wird sie an der Seite von Jodie Foster mit besagtem Panic Room dem Weltpublikum bekannt - wieder als Problemtochter. Im Jahr darauf dreht sie Cold Creek Manor - Das Haus am Fluss, als Filmtochter von Sharon Stone und Dennis Quaid - einen düsteren Thriller. Der Film floppt, doch Kristen Steward wird für den Young Artist Award nominiert. Mit 13 Jahren übernimmt sie 2004 ihre erste Hauptrolle: Speak handelt von einer Schülerin, die vergewaltigt wurde und nicht darüber sprechen kann. Es folgen weitere Haupt- und Nebenrollen in Thrillern oder Dramen, und wenn der Film nicht genügend Dramatik hergibt, spielt Kristen wenigstens die körperlich, psychisch oder Liebes-Kranke. Im Jahr 2008 gibt sie wieder die Filmtochter in der Komödie Inside Hollywood (What Just Happened), die sich über das Filmbusiness lustig macht. Sie hat bereits 18 Filme gedreht, als sie die Rolle annimmt, die ihr Leben für immer verändern wird. 

Kinostarts - 'Eclipse - Biss zum Abendrot'

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Bis dahin zwar gut im Geschäft, aber bei weitem keine Berühmtheit, sollte Kristen mit ihrer Rolle als Bella unsterblich werden: Das ewige Schwanken zwischen dem jungen Werwolf Jacob (Taylor Lautner, im Bild) und dem makellos gealterten Vampir Edward (Robert Pattinson) geht nun in die dritte Runde - der vierte Teil der Romanvorlage wird auf zwei weitere Kinofilme ausgewalzt, die noch ausstehen. Eclipse - Bis(s) zum Abendrot spielte zu seinem Auftakt 30 Millionen US-Dollar ein. In einer Nacht.

Premiere Of Summit Entertainment's 'The Twilight Saga: Eclipse' - Arrivals

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Die junge Wilde hat sich also wahrlich durchgebissen. Und war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Wie sie selber mutmaßt, würde jede Schauspielerin, die die Bella spiele, von ihren Fans verehrt. Aber vielleicht blieben die wenigsten dabei so gelassen.

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Dabei ist ihre Rolle nicht die leichteste: Muss sie im nicht gerade anspuchsvollen Film nur die umschwärmte Schülerin spielen, die von zwei Jungs umgarnt wird und sich zwischen Leben und Liebe entscheiden soll, so tritt sie im echten Leben immerhin zwischen die beiden derzeit heißbegehrtesten Mädchenschwärme Hollywoods und deren Fans.

Robert Pattinson, Kristen Stewart

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Eine Liebesbeziehung mit Hauptdarsteller Robert Pattinson wird ihr so oft nachgesagt wie von ihr dementiert. Dass sie dabei nicht zwischen die erhitzten Fronten gerät, ...

Kristen Stewart

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... sondern sich die Millionen Jungmädchenfans schlicht an ihre Stelle wünschen und dabei mit ihr symphatisieren, ist ein weiterer lässiger Zug der 20-Jährigen, die sich auf eine Stufe mit ihren Fans stellt, ohne sich anzubiedern.

The Cinema Society Screening Of 'The Twilight Saga: Eclipse' - Arrivals

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Symphatisch auch, dass Kristen, danach befragt, ob sie die neue Angelina Jolie werden wolle, dankend ablehnt: Ihr schwebe eher ein Vorbild wie Jodie Foster vor, die "die Beste" sei, ohne es jedem zeigen zu müssen.

Stewart and Fanningpose for a portrait during the 2010 Sundance Film Festival in Park City

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Ihr klügster Zug vielleicht, dass sich das Teenager-Idol nicht auf dem Erreichten ausruht: Trotz des bahnbrechenden Erfolgs und dem Rummel um die Vampir-Saga nimmt Stewart weiterhin dankbar Rollenangebote an, drehte 2009 Adventureland, eine Komödie über Teenager-Liebeswirren, und 2010 schon zwei weitere Filme: In The Runaways spielen sie und Dakota Fanning (links im Bild) rebellische LA-Straßenkinder, die eine legendäre Rockband gründen. In Welcome to the Rileys mimt sie eine 16-jährige Prostituierte, die ein unglückliches Ehepaar zurück ins Leben führt.

Stewart poses at the premiere of 'The Twilight Saga: Eclipse' during the Los Angeles Film Festival at Nokia theatre at L.A. Live in Los Angeles

Quelle: Reuters

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Sieht so aus, als hätte hier jemand viel richtig gemacht. Und sich, anders als andere Kinderstars, seine Eigenwilligkeit und vielleicht sogar Unabhängigkeit bewahrt. Bleibt zu hoffen, dass Kristen Stewart sich ihre Spiellust und ihre Vorliebe für eckige Charaktere bewahrt und sich, die nächste große Aufgabe, von der Rolle als ewige Vampirgeliebte demnächst wieder lösen kann. Dazu wünscht man ihr wohl am besten viel Biss.

© sueddeutsche.de/rus
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