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Im Kino: Freundschaft plus:Generation null Frühstück

Ashton Kutcher als Regieassistent Adam lässt sich auf eine Affäre mit Natalie Portman ein. Adam muss lernen, dass Sex ohne Liebe schon lange keine rein männliche Utopie mehr ist.

David Steinitz

Der konsequenzfreie Koitus ist nicht länger nur eine männliche Utopie. In der amerikanischen Komödie sind es momentan gern die Mädchen, die Angstzustände kriegen, wenn es um Beziehungen geht. Kürzlich musste das Jake Gyllenhall in der Viagra-Parabel "Love and Other Drugs" lernen, nun ist Ashton Kutcher fällig, in "Freundschaft plus": Als Regieassistent Adam lässt er sich auf eine Affäre mit seiner Jugendfreundin Emma ein - Natalie Portman.

No strings attached

Lass die Karotten sprechen: Ashton Kutcher versucht das Herz von Natalie Portman zu erobern.

(Foto: Paramount)

Die voll arbeitsgestresste Ärztin sucht einen Liebhaber, mit dem sie nicht kuscheln und nicht frühstücken muss und der allzeit bereit ist, die paar Pausen ihrer 80-Stunden-Woche mit spontanem Liebesspiel zu füllen. "Monogamie", sagt Emma, "gehört nicht zur menschlichen Natur." "No strings attached" heißt der Film im Original, ohne Bedingungen, und das ist Adam vorerst ganz recht, hat ihn doch seine letzte Freundin verlassen, zugunsten eines Schauspielers - der zufällig Adams Vater ist (Kevin Kline, mädchengierig).

Regisseur Ivan Reitman, der sich seit den Achtzigern mit Schwarzenegger-DeVito-Duetten sowie den Ghostbusters-Filmen als Fachmann für überdrehten Humor etabliert hat, lässt es nun etwas dezenter angehen, auch wenn offen über Quickie-Techniken geredet werden darf. Für Ashton Kutcher, der sonst gern mal gegen die eigene Überforderung anspielen muss, ist Adam eine ideale Rolle, weil er hier überfordert sein darf. Und Natalie Portman beginnt nach dem grimmig ernsten "Black Swan" mit "Freundschaft plus" eine Komödien-Offensive - später im Jahr wird sie noch in der Ritter-Comedy "Your Highness" zu sehen sein.

Da romantische Hollywood-Komödien selten in der Polygamie enden, führt der Sex natürlich doch noch zu Gefühlen. Adam startet obskure Versuche, Emma jenseits von Bett und Abstellkammer zu bezirzen. Beispielsweise als Emma mit Bauchkrämpfen zu Hause sitzt, mit einer selbst zusammengestellten Perioden-CD. "Sunday, Bloody Sunday" und "Bleeding Love" sind Teile dieser außergewöhnlichen Kompilation. Am Ende verabreden sich die zwei, spät, aber immerhin, zu einem richtigen Date: ein Becher, zwei Strohhalme. Nach dem Sex ist vor dem Milchshake.

NO STRINGS ATTACHED, USA 2010 - Regie: Ivan Reitman. Buch: Elizabeth Meriwether. Kamera: Rogier Stoffers. Mit: Natalie Portman, Ashton Kutcher, Kevin Kline, Cary Elwes. Paramount, 108 Min.

© SZ vom 17.02.2011/kar
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