Nach Rücktritt in München:Igor Zelensky und Putins Tochter: eine Liebesaffäre?

Lesezeit: 2 min

Nach Rücktritt in München: Der ehemalige Direktor des Bayerischen Staatsballetts: Igor Zelensky.

Der ehemalige Direktor des Bayerischen Staatsballetts: Igor Zelensky.

(Foto: Catherina Hess)

Anfang April war er aus privaten Gründen zurückgetreten. Nun stellt sich heraus: Münchens Ex-Ballettchef Zelensky soll mit Katerina Tichonowa liiert sein.

Von Dorion Weickmann

Ein Rücktritt, dessen Brisanz wohl erst nach und nach sichtbar wird: Anfang April gab Igor Zelensky, Direktor des Bayerischen Staatsballetts, seinen Posten ab - unter Verweis auf "persönliche, familiäre Angelegenheiten", die seine "volle Aufmerksamkeit und Zeit" beanspruchten. Die Berufung aufs Private schien freilich nur politische Verstrickungen zu kaschieren. SZ-Recherchen im Vorfeld hatten ergeben, dass Zelensky seit 2018 als Tanzexperte im Aufsichtsrat einer russischen Stiftung saß, die vier Kulturzentren errichten soll - eines davon in Sewastopol auf der annektierten Krim. Ein problematisches Engagement, erst recht nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.

Ein Youtube-Video zeigte Zelensky bei der Vorstellung des Projekts Seite an Seite mit Wladimir Putin. Es verschwand aus dem Netz, unmittelbar bevor die SZ darüber berichtete. Dass die Verbindungen Zelenskys zur Familie des russischen Präsidenten vielleicht noch viel enger sind, legen Berichte der Enthüllungsplattform IStories und das Nachrichtenmagazin Spiegel nahe. Demnach soll Zelensky eine Beziehung mit Putins jüngerer Tochter Katerina Tichonowa unterhalten - gemeinsamer Nachwuchs inklusive. Was Anfang April wie eine reine Verschleierungstaktik erschien, könnte demnach auf ironische Weise der Wahrheit entsprechen: Wenn die Berichterstattung zutrifft, hat Igor Zelensky tatsächlich "familiäre Angelegenheiten" zu regeln und nicht nur Kreml-Loyalität zu beweisen.

Katerina Tichonowa ist nicht irgendwer: Ihr Name steht auf der Sanktionsliste der EU

Gerüchte über ein hochrangiges Techtelmechtel des mit einer Ex-Tänzerin verheirateten dreifachen Familienvaters machten schon lange die Runde. Jetzt haben offenbar mehrere Informanten explosives Material geleakt: Flugscheine, Mails, Ausweiskopien, Umzugspläne der Freundin nach München. Die auch dem Spiegel vorliegenden Informationen sollen beweisen, dass Tichonowa und Zelensky zwischen Moskau und München hin- und herpendelten. Mal getrennt, mal gemeinsam und bisweilen wohl auch in Begleitung von Personal, etwa Nannys, Geheimdienstmitarbeitern, Bodyguards.

Was die Medien zusammengetragen haben, wirft eine Menge Fragen auf: Wer hat in der Staatsoper, beim Staatsballett von der angeblichen Liaison gewusst? Ist Frau Tichonowa je im Haus gesichtet worden? Die Pressesprecherin des Staatsballetts lässt auf Anfrage wissen, es sei nichts dergleichen bekannt. Welchen Reim sich Opernintendant Serge Dorny auf die Hintergründe von Zelenskys Abgang gemacht hat, bleibt ebenfalls offen. Dabei ist der Mann an der Opernspitze gerade erst einem russischen Satiriker-Tandem auf den Leim gegangen, dem er sich als Weichensteller bei Zelenskys Demission präsentierte. Die Abschiedserklärung aber ist laut Pressestelle "zwischen dem Bayerischen Kunstministerium und Igor Zelensky abgestimmt und von diesen beiden Parteien verfasst" worden.

Nach Rücktritt in München: Katerina Tichonowa, Leiterin eines Instituts für Mathematische Forschung an der Staatlichen Universität Moskau. Und Tochter Putins.

Katerina Tichonowa, Leiterin eines Instituts für Mathematische Forschung an der Staatlichen Universität Moskau. Und Tochter Putins.

(Foto: EVGENIA NOVOZHENINA/REUTERS)

Katerina Tichonowa ist in Russland nicht irgendwer, sondern eine politisch relevante Figur: Seit 8. April steht ihr Name auf der Sanktionsliste der EU. Geboren wurde Putins Tochter 1986 in Dresden, verheiratet war sie bis 2017 mit dem Oligarchensohn Kirill Schamalow, tätig ist sie offenbar als Multimanagerin auf verschiedenen Sektoren. Das Online-Portal Meduza hat weitergehende Nachforschungen veröffentlicht und darin geschäftliche Verflechtungen zwischen Zelensky, Schamalow und ihren Ehefrauen angedeutet. Demnach rückte Zelensky vor allem dank seiner Nähe zu Putin in Führungspositionen an Theatern in Nowosibirsk und Moskau ein, bevor er das Staatsballett übernahm. Meduza will auch erfahren haben, dass Zelensky das im Bau befindliche Musiktheater in Sewastopol leiten soll. Eine Aussicht, die ihm den Weggang von München erleichtert haben dürfte.

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