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Antisemitismus:Internationales Auschwitz Komitee ehrt Igor Levit

Igor Levit

Igor Levit äußert sich immer wieder öffentlich poliitsch, ob bei Konzerten oder über seinen Twitter-Account.

(Foto: dpa)

Der 32-jährige Pianist wurde für sein Engagement gegen Antisemitismus und rechtsextremen Hass ausgezeichnet - bei der Preisverleihung findet er eindrucksvolle Worte.

Das Internationale Auschwitz Komitee hat den Pianisten Igor Levit für sein Engagement gegen Antisemitismus und rechtsextremen Hass geehrt. Levit verteidige mit Mut, Kreativität und Lebensfreude die Werte der Demokratie, erklärte das Komitee zur Preisverleihung am Sonntag in Berlin.

Levit selbst sagte, "der Versuch, Biografien zu zerstören, kostet gar nichts mehr, außer einem Smartphone". Ein Knopfdruck und "theoretisch kann man damit rechnen, dass ein Mensch zerbricht".

Eine Wut auf die politische Realität, die unbeschreiblich ist

Er sei dankbar für die Auszeichnung, in ihm sei aber auch eine große Wut über die mediale und politische Realität. "Die Tatsache, dass in diesem Land demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker in den Rücktritt gezwungen werden, weil sie von anonymen oder nicht anonymen Faschisten bedroht werden und dass das nicht täglich Seite 1 ungefähr von 80 Prozent der Zeitungen dieses Landes Thema ist, löst in mir eine Wut aus, die kann ich ihnen gar nicht beschreiben", sagte Levit.

Vor zwei Wochen hatte der russisch-deutsche Pianist öffentlich über Morddrohungen gegen ihn gesprochen. Das Komitee würdigte, dass der 32-Jährige sich immer wieder gegen Judenhass und Rassismus wende. Zudem spreche er offen von der Angst, die er empfindet, seit man ihn selbst mit Mord bedroht habe. Levit wolle sich von diesen Drohungen aber nicht einschüchtern lassen.

Der Musiker erhielt auch die "Gabe der Erinnerung", eine Statue mit dem Buchstaben "B" aus der Aufschrift "Arbeit macht frei" über dem Tor des Vernichtungslagers Auschwitz. Häftlinge hatten den Buchstaben heimlich auf den Kopf gestellt, als sie das Schild auf Befehl der SS fertigen mussten.

Ausgezeichnet wurden mit der Statue unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dass Levit sich immer wieder dezidiert politisch äußert und Stellung bezieht, ist für einen Klassikmusiker eher ungewöhnlich.

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