Mit dem „Gedenkstättenkonzept“ legt der Bund die Umrisse der offiziellen deutschen Erinnerungspolitik fest. Bisher beschränkte sich diese auf den Nationalsozialismus und die SED-Diktatur. In ihrer Zeit als Kulturstaatsministerin versuchte Claudia Roth, das Konzept zu reformieren. Auch die deutschen Kolonialverbrechen sollten in das staatliche Gedenken aufgenommen werden. Doch zur Verabschiedung kam es nicht mehr. Ihr Nachfolger Wolfram Weimer hat nun eine neue Fassung vorgelegt, aus welcher der Kolonialismus wieder gestrichen ist. Er soll in einem separaten Papier behandelt werden. Wir sprachen darüber mit Ibou Diop, der im Auftrag des Berliner Senats ein Konzept für die Auseinandersetzung mit Berlins Kolonialgeschichte entwickelt hat. Diop, der 1979 in Senegal geboren wurde und seit 2003 in Berlin lebt, war auch einer der Experten, die kürzlich im Kulturausschuss des Bundestags befragt wurden.
Erinnerungspolitik„Die Orte, an denen die Gewalt geplant wurde, liegen in Deutschland“
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Sollen deutsche Kolonialverbrechen Thema offiziellen Gedenkens sein? Kulturstaatsminister Wolfram Weimer findet: Nein. Ein Gespräch mit Ibou Coulibaly Diop, der ein Erinnerungskonzept für Berliner entwickelt hat.
Interview von Jörg Häntzschel
