Bevor der Königsplatz in München im Wochentakt zugemüllt, abgesperrt und auf jede nur denkbare Art als Spektakelzone unter dem Diktat des Stadtmarketings verramscht wurde, gehörte der Platz als Ergebnis einer königlichen Hellenismus-Sehnsucht und stadtplanerischer Größe den Bürgern. Erst später wurde einer der schönsten Plätze der Welt von den Nazis als Aufmarschplatz vereinnahmt, dann als Parkplatz geschunden und schließlich von der Eventindustrie entdeckt. Aktuell wird er von der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in besonders drastischer, nämlich lobbyistischer Weise missbraucht.
MeinungStadt und EventEs ist ein Wahnsinn
Von Gerhard Matzig
Lesezeit: 5 Min.

Der „Open Space“ beginnt hinter der Absperrung: Aufbau der IAA in München.
Florian Peljak/Florian PeljakDie Internationale Automobilausstellung (IAA) will die Zukunft der Mobilität entschlüsseln. Tatsächlich bietet sie erst mal eine weitgehend abgeriegelte Innenstadt. Es wird Zeit, den immer absurderen Ausverkauf des öffentlichen Raumes zu stoppen.
