Die Spiele müssen weitergehen, klar, aber dafür müssen sie erst mal beginnen. Es ist jedenfalls ein kleines Wunder, dass die „Hunger Games“ in den 18 Jahren, die seit Veröffentlichung des erstes Teils der Romanreihe vergangen sind, noch nie fürs kommerzielle Theater adaptiert wurden. Dass sie in diesen Tagen ausgerechnet in London auf die Bühne kommen, überrascht erst mal nicht. Wo sonst?, fragen da blasiert die West-End-Snobs, bevor sie auf den U-Bahn-Plakaten den Spielort lesen und durchs Monokel hindurch im aufgefalteten Stadtplan suchen müssen: Bitte wo? Das Stück wird in einem extra dafür gebauten Gebäude aufgeführt, dem Troubadour Canary Wharf Theatre, im modernen Finanzzentrum der Stadt, umgeben von gläsernen Wolkenkratzern. Ein Investment, das keinen Hehl aus seinem Wesen macht.
TheaterTöten oder getötet werden
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Das Stück der Stunde? Die „Hunger Games“ werden in London zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Was die Jump-and-Run-Dystopie über das Drama unserer Welt zu erzählen hat.
Von Martin Wittmann
