Kim de L'Horizon und die Aufmerksamkeit:Ich protestiere

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Kim de L'Horizon und die Aufmerksamkeit: Kim de l'Horizon bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises

Kim de l'Horizon bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Rasieren für die Revolution: Über den großen Unterschied zwischen Sichtbarkeit und Gerechtigkeit im Jahr 2022.

Von Nele Pollatschek

Der Roman von Kim de l'Horizon, der soeben mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde, beginnt mit einem Zitat der nicht-binären Person Alok Vaid-Menon: "Es ging nie darum, wie ich aussehe. Es ging immer darum, wie du dich fühltest. Du erträgst es nicht zu sehen: Wie ich mir hier in deiner Scham ein Zuhause eingerichtet habe." Falls es die Aufgabe von Literatur sein sollte, Gefühle zu beschreiben, für die man selbst keine Worte findet, ist dieses Zitat Literatur. Denn genau das ist es, was man nicht beschreiben kann, bis de l'Horizon einem dieses Zitat schenkt: de l'Horizons Gewinnerrede - das Weinen, der A-cappella-Gesang, die politische Kopfrasur und vor allem das vorgetragene Leid - all das hat sich in der eigenen Scham ein Zuhause eingerichtet.

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