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Hörenswert:Kühl und betörend

"Akere" stellen Single und Album vor

Kühle, vertrackte Elektrobeats und dazu eine betörende Frauenstimme. Als Rezept klingt das erst mal nicht neu. Trip-Hop-Bands wie Portishead oder Massive Attack fallen einem dazu ein. Tatsächlich nennt das Münchner Trio Akere Portishead als wichtigen Einfluss, genauso wie die experimentellen, jazzigen Hip-Hop-Tracks des kalifornischen Elektronik-Bastlers Flying Lotus. Auch dessen "Spuren" lassen sich auf der Akere-Single "Put The Mask On" ausmachen, und genauso auch auf dem kompletten Debütalbum "Blue Sphinx". Beides, sowohl die auf 500 Stück limitierte 7"-Single als auch das Album, stellen Akere in der Milla vor. Die Single kann man sich dort mitnehmen, für "Blue Spinx" muss man sich noch bis zum 16. Februar gedulden, wenn es auf dem Münchner Hip-Hop-Label "58 Beats" offiziell erscheint.

Akere bedeutet "Seelenzwillinge". Das Wort stammt wie die Vorfahren der Sängerin Sarah Sulai aus Nigeria und war ursprünglich auf die musikalische Beziehung von Sulai und dem Gitarristen und Produzenten Hans Hustle gemünzt, die Akere gegründet haben. Manu L kam erst später dazu. Hustles Moll-E-Gitarren-Akkorde und elektronische Downbeat-Rhythmen sorgen für die melancholische Grundstimmung und bilden das Fundament für Sulais soulige Stimme. Dass Hustle als "krasser Perfektionist" zudem beim Abmischen angeblich bis zu 100 Stunden an den einzelnen Tracks herumschraubt, hört man den recht vertrackten, dichten Stücken von Akere an, die ihren großen Vorbildern damit ganz schön nahe kommen. Respekt!

Akere: "Put The Mask On" / "Blue Sphinx" (58 Beats), live: Freitag, 18. Dez., 21 Uhr, Milla, Holzstr. 28