Der nach 1918 unter anderem für das polnische Propagandaministerium arbeitende Illustrator kannte die Gesetze von Manipulations- und Überzeugungsstrategien. Wenn er Hitler auf Zeichnungen als sabbernden Irren dem Gespött aussetzte, dann war es nicht die primitive Belustigung, auf die seine Arbeit abzielte, sondern auf das Sichtbarmachen einer herannahenden, größenwahnsinnigen Bedrohung, deren brutale Gewalt die Menschheit vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges noch nicht einzuschätzen verstand.

Das Deutsche Historische Museum in Berlin zeigt nun erstmalig die Werke eines hierzulande kaum bekannten Karikaturisten, der es nicht verdient hat, in Vergessenheit zu geraten. Schreitet man durch die gut strukturierte und übersichtlich kommentierte Halle des I.-M.-Pei-Baus, kommt der Gedanke auf, dass es sich bei Szyks Arbeiten ebenfalls um Propaganda erster Klasse handelt - freilich um Propaganda für den guten Zweck.

Arthur Szyk: Anti-Christ New York, 1942 Bild: Tokyo: Prof. Rinjiro Sodei

10. September 2008, 15:412008-09-10 15:41:00 ©