Hip-Hop und urbane Choreografie:Im Tanz vereint

Dance First

Die Compagnie "Käfig" zählt unter der Leitung von Mourad Mourzaki zu den innovativsten Hip-Hop-Formationen Europas.

(Foto: Laurent Philippe)

Zum zweiten Mal lädt Fürstenfeldbruck zum Festival "Dance first". Der Fokus liegt dieses Jahr auf Tanzkompanien der Länder Großbritannien, Frankreich und Deutschland

Von Katharina Rustler

Unzählige Punkte flirren durch die Luft und sehen dabei wie Schneeflocken aus, die in einen Sturm geraten sind. Der Hintergrund ist dunkel, einer Winternacht ähnelnd. Eine Gruppe von Menschen versucht gegen sie anzukämpfen - so scheint es. Denn die Punkte sind digital, die winterliche Nacht ein inszeniertes Bühnenbild und die Schneeflocken feine Pixel in zwei Dimensionen.

Die jungen Menschen darin gehören zur französischen "Compagnie Käfig" (Mittwoch, 27., und Donnerstag, 28. Juni), die im Tanzstück "Pixel", von Mourad Merzouki geleitet, futuristischen Hip-Hop und urbanen Tanz vereinen. Die 3D-Formationen verändern sich stets und geben somit den Rhythmus sowie die einzelnen Bewegungen der Tänzer vor. Als eine der innovativsten modernen Tanzgruppen Europas nehmen sie an "dancefirst" in Fürstenfeldbruck teil, einem Tanzfestival, das dieses Jahr zum zweiten Mal im Veranstaltungsforum Fürstenfeld stattfinden wird. Das gesamte Festival eröffnet das "Ballet Malandain Biarritz" (Dienstag, 19. Juni), eine Gruppe, die unter der Leitung von Thierry Malandain steht, der 2017 zum besten Choreografen Frankreichs gekürt wurde.

Der Fokus liegt dieses Jahr auf Tanzkompanien der drei europäischen Länder Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Heiner Brummel, künstlerischer Leiter von "dancefirst", wünscht sich, hier ein deutliches Zeichen der europäischen Gemeinschaft zu setzen und somit dem momentan herrschenden Nationalismus sowie der Fremdenfeindlichkeit entgegenzutreten. Für ihn gilt Tanz per se als verbindende Kommunikationsform, die keiner verbalen Sprache bedarf und somit verschiedene Kulturen zusammenbringt.

Jenem gesellschaftskritischen Ansatz nähert sich auch die National Dance Company Wales (Samstag, 14. Juli), die in ihren Stücken "Tundra" und "Folk" große gruppendynamische Momente aufzeigt. Diese werden vor allem durch die tänzerische Präzision zum Ausdruck gebracht und in poetisch-surrealem Ambiente erzählt. Die Tänzer scheinen sich zu einer Schlange zu verbinden, dessen Bewegung durch jedes einzelne Glied, also jeder tanzenden Person darin, wellenartig weitergegeben wird.

Um auch Nachwuchsgruppen zu fördern, eine Herzensangelegenheit des Festivals und des dahinterstehenden Theatervereins Fürstenfeldbruck, wird das Bayerische Junior Ballett München (Mittwoch, 18. Juli) ebenfalls auftreten. Unter der Leitung des ehemaligen Direktors des Bayerischen Staatsballetts Ivan Liška wird das Programm "Münchner Freiheit" mit Stücken renommierter, aber auch jüngerer Choreografen, wie Dustin Klein und Maged Mohamed aufgeführt. Stilistisch bewegen sich die Nachwuchstänzer dabei auf neoklassischen, zeitgenössischen und abstrakten Ebenen, wodurch sie die Vielfalt des heutigen Tanzes in München - und Europa repräsentieren.

Dancefirst, Di., 19. Juni, bis Mi., 25. Juli, jeweils 20 Uhr, Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck, Fürstenfeld 12, www.dancefirst.de.

© SZ vom 18.06.2018
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