Hip Hop:Bushido verliert vor Gericht - Album bleibt auf dem Index

Bushido hat einen Strafbefehl wegen Versicherungsbetruges akzeptiert. (Foto: dpa)
  • Im April 2015 setzte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Bushidos Album "Sonny Black" auf den Index.
  • Das Verwaltungsgericht Köln wies nun eine Klage des Rappers dagegen ab - er kann aber Berufung einlegen.

Das Album "Sonny Black" von Bushido bleibt als jugendgefährdend eingestuft und darf nicht an Jugendliche verkauft werden. Das Verwaltungsgericht Köln bestätigte eine entsprechende Entscheidung der Bundesprüfstelle in Bonn. Es bewertete das Album zwar als Kunstwerk, setzte den Jugendschutz aber höher an.

Die Bundesprüfstelle hatte das 2014 erschienene Album auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt. Die Bundesbehörde stufte die Liedtexte damals als verrohend, gewaltverherrlichend und diskriminierend ein. Dagegen klagte der Rapper.

Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen

Das Verwaltungsgericht wies Bushidos Klage nun ab und bewertete die Entscheidung als rechtmäßig. Bushido, der nicht selbst im Gericht erschien, kann dagegen Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. In einem ähnlichen Fall hatte er dort im vergangenen Jahr einen Erfolg erzielt. Das Gericht entschied, dass der Bushido-Song "Stress ohne Grund" zu Unrecht auf der Liste jugendgefährdender Medien stehe.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hatte im April 2015 ihre Entscheidung damit begründet, dass die Texte einen kriminellen Lebensstil verherrlichten und Frauen und Homosexuelle diskriminierten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche die vielen abwertenden Bezeichnungen in ihren Wortschatz übernähmen, sei hoch.

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