Hernán Díaz' Roman "Treue":Wall Street, Wahn und große Geister

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Hernán Díaz' Roman "Treue": "Die Realität ist eine Fiktion mit unendlichem Budget." - New Yorker Börsenhändler an der Wall Street am 20. Oktober 1929, vier Tage vor dem Börsencrash am "Schwarzen Donnerstag", der die in den USA die "Große Depression" und eine Weltwirtschaftskrise auslöste.

"Die Realität ist eine Fiktion mit unendlichem Budget." - New Yorker Börsenhändler an der Wall Street am 20. Oktober 1929, vier Tage vor dem Börsencrash am "Schwarzen Donnerstag", der die in den USA die "Große Depression" und eine Weltwirtschaftskrise auslöste.

(Foto: Imago/United Archives)

Hernán Díaz' "Treue" ist in den USA der meistdiskutierte Roman des Sommers. Er erscheint in mehr als 20 Sprachen, eine Verfilmung mit Kate Winslet ist längst eingetütet. Wie gut ist er wirklich?

Von Felix Stephan

Die Inflation ist ein gutes Beispiel: Ein paar Prozent weniger Kaufkraft sind unerfreulich, aber für weite Teile der deutschen Bevölkerung wahrscheinlich verkraftbar. Volkswirtschaftlich gefährlich wird die Inflation eigentlich erst, wenn die Vorstellung grassiert, dass die allgemeine Verarmung unmittelbar bevorsteht. Dann nämlich achten die Leute aufs Geld, geben weniger aus, die Unternehmen setzen weniger um, die Profite sinken, Stellen werden abgebaut und plötzlich steht einem eine Rezession ins Haus. Nicht nur die tatsächliche wirtschaftliche Lage spielt dabei eine Rolle, sondern auch eine kollektive Idee von der Zukunft, eine Vorstellung, eine Fiktion.

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