Soziologe Heinz Bude zur Politik nach der Europawahl:Der Kampf um die Zukunft

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Der Zug einer Demonstration der AfD in Berlin. (Foto: Christoph Soeder/dpa)

Wie weiter mit Leuten, die glauben, dass nichts mehr stimmt? Das Ergebnis der Europawahl verdeutlicht, dass die Politik dringend erklären muss, was sie unter Heimat und Zugehörigkeit versteht.

Gastbeitrag von Heinz Bude

Ist ein beträchtlicher Teil des Wahlvolks in Deutschland mit einem Mal als eine von allen guten Geistern verlassene Affektmasse nach ganz rechts abgedriftet? Oder wollen die Leute, die hierzulande für die AfD, in Österreich für die FPÖ oder in Frankreich für den Rassemblement National ihre Stimme bei den Wahlen zum Europäischen Parlament abgegeben haben, der Politik eines vermeintlichen Mainstreams zu verstehen geben, dass sie auf einem falschen Weg ist? Klar ist, dass es sich bei dem erschreckenden Wahlergebnis nicht um die Abrechnung mit einem neoliberalen Sozialabbau oder um ein Aufbegehren gegen eine Form neofeudaler Herrschaft von Reichen und Superreichen handelt. Insbesondere das Anwachsen der Zustimmung zu rechten Parteien der radikalen Art bei jungen Wählern und Wählerinnen wirft die Frage auf, ob sich hier ein tiefer gehender Richtungswechsel im Verständnis von politischen Belangen andeutet.

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