bedeckt München 30°

Literatur:Rachel Salamander mit Heine-Preis ausgezeichnet

Rachel Salamander Heine-Preis

Salamander wurde 1949 in einem Lager für Überlebende des Holocaust geboren.

(Foto: CLAUS SCHUNK/Claus Schunk)

Über ihre Buchhandlungen für Literatur zum Judentum habe sie die Werke jüdischer Autoren wieder in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt.

Der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf geht in diesem Jahr an die jüdische Literaturwissenschaftlerin und Journalistin Rachel Salamander (71).

Couragiert und maßgeblich haben sie zum Wiederaufbau des jüdischen intellektuellen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland beigetragen, teilte die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt am Montag mit.

Über ihre Buchhandlungen habe sie die Werke jüdischer Autoren, die von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, wieder in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt. Zudem habe sie sich im Sinne des Dichters Heinrich Heine für Völkerverständigung und gegen Antisemitismus eingesetzt. Die Preisverleihung soll im Dezember stattfinden. Der genaue Termin werde noch bekanntgegeben, hieß es.

Salamander wurde 1949 in einem Lager für Überlebende des Holocaust geboren. Ab 1956 lebte die Familie in München. Dort studierte sie Germanistik, Philosophie und Romanistik. Sie promovierte und eröffnete 1982 in der bayerischen Landeshauptstadt eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum. Heute gibt es weitere Filialen unter anderem in Berlin, Dachau, Würzburg und Dorsten.

Von 2001 bis 2013 gab die Journalistin die Literaturbeilage der Welt, die "Literarische Welt", heraus. Anschließend leitete sie kurzzeitig das "Literaturforum" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Salamander schrieb mehrere Bücher.

Seit 1972 verleiht die Landeshauptstadt den Heine-Preis in Gedenken an den Schriftsteller Heinrich Heine (1797-1856), der in Düsseldorf geboren wurde. Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung zählt zu den bedeutendsten Literaturpreisen in Deutschland.

© SZ/dpa/khil

Polizei und Bundeswehr
:Deutschland braucht mehr Linke in Uniform

Liberale und Linke beklagen die rechten Umtriebe bei den Sicherheitskräften. Sie könnten selbst zur Bundeswehr oder Polizei gehen und dort etwas verändern. Doch dafür fehlt oft das Interesse oder der Mut.

Von Ronen Steinke

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite