bedeckt München 20°

Heidenreich: "Lesen!" im Netz:"Mit dem Fernsehen durch"

Neue Plattform: Elke Heidenreich präsentiert ihr Literaturformat nach dem Rauswurf beim ZDF nun im Internet. Und freut sich, dass sie dort auch mal Derbes zitieren darf.

Hans Hoff

Elke Heidenreich verlegt ihr Wirken für die Literatur ins Internet. Ab sofort ist ihre Sendung "Lesen!" im Netz abrufbar. Eine Folge mit dem Toten-Hosen-Sänger Campino, den sie als ihren Neffen vorstellt, ist schon zu besichtigen. Diese wurde nicht wie früher in der Kölner Oper, sondern in einem örtlichen Brauhaus aufgezeichnet.

Elke Heidenreich

Die Literatur hat sie wieder: Vermutlich lächelt Elke Heidenreich so selig, weil sie fortan im Netz "lesen!" darf.

(Foto: Foto: ap)

Tante Elke fungiert damit als Zugpferd des neuen Literatur-Portals litcolony.de, das von den Machern des Kölner Literaturfestivals LitCologne getragen wird und neben einem redaktionellen Überblick über Neuerscheinungen auch Kolumnen von Roger Willemsen und Cordula Stratmann bietet.

"In meinem Herzen war ich mit dem Fernsehen durch", sagt die Literaturkämpferin, die betont, ihr Rauswurf beim ZDF sei idiotisch gewesen, weil sie vorher schon zum Jahresende gekündigt habe. Zwölf Mal im Jahr will Heidenreich "Lesen!" online verordnen und nutzt dabei auch neue Freiheiten. Eine Romanheldin zitiert sie mit dem Ausruf "Fick dich", wonach sie prompt ihren Neffen belehrt: "Guck ma, das hätte ich im ZDF schon wieder nicht sagen dürfen. Ist das nicht schön?"

© SZ vom 29.11.2008/jb
Zur SZ-Startseite