Nachruf auf Harald HartungDer das Dröhnen nicht kannte

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Tiefer Respekt vor der Erdenschwere des täglichen Lebens: der Lyriker, Kritiker und Literaturprofessor Harald Hartung.
Tiefer Respekt vor der Erdenschwere des täglichen Lebens: der Lyriker, Kritiker und Literaturprofessor Harald Hartung. imago stock&people

Harald Hartung war einer der maßstabsetzenden Rezensenten von Lyrik in der Bundesrepublik. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren in Berlin gestorben.

Von Lothar Müller

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Angst habe er früh gekannt, hat er einmal gesagt, aber nicht die vorm schwarzen Mann. Harald Hartung kam Ende Oktober 1932 in Herne zur Welt, sein Vater gehörte zu den schwarzen Männern, die aus dem Schacht der Zeche „Friedrich der Große“ ans Tageslicht stiegen. Das Angstreservoir war in der Kindheit seiner Generation der Krieg. Noch im Alter wird er in einem Gedicht, in dem die andern auf den Balkon treten, um mit dem neuen Jahrhundert das neue Jahrtausend zu begrüßen, im Schlaf zum Schuljungen, der die Dicke Berta anhimmelt, ein schweres Geschütz.

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