LiteraturIn tapferer Heiterkeit

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Hans Pleschinski in München, wo  sein autofiktionaler Roman „Bildnis eines Unsichtbaren“ spielt.
Hans Pleschinski in München, wo  sein autofiktionaler Roman „Bildnis eines Unsichtbaren“ spielt. Stephan Rumpf

Er schrieb erschütternd über die Aids-Epidemie und nahm auf seine Weise die Wiedervereinigung vorweg. Eine Verbeugung zum 70. von Hans Pleschinski.

Von Gustav Seibt

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Hans Pleschinski wird siebzig! Dreifacher Schlag auf den Boden, Hofknicks, Handkuss, bevor man gratuliert! Hier findet sie nicht statt, die viel beklagte Häresie der Formlosigkeit. Denn, Pleschinski ist, wie man weiß, unser Mann fürs 18. Jahrhundert, als die höfische Kultur selbstironisch-spielerisch geworden war, aber noch hielt. Er hat den Briefwechsel Friedrichs des Großen mit Voltaire übersetzt, die Briefe der Pompadour, das Tagebuch eines Reichsgrafen und zuletzt die Memoiren einer Hofdame der geköpften Marie Antoinette – alles erstrangige Quellen, mehr als nur funny (was sie auch sind). Die Quellen blicken auf die spätere Moderne, unsere Welt also, mit den Augen der Verblüffung über das, was da heraufkam an Barbarisierung, Freud- und Formlosigkeit, an Unfestlichkeit.

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