Vor einem halben Jahrhundert, Ende der Siebziger, war Hans-Jürgen Syberberg Teil der internationalen Avantgarde – ein Kämpfer für das neue Kino, von dem damals viele träumten, und seiner neuen Allmacht. Kino war alles, das Leben war sekundär. Syberbergs „Hitler, ein Film aus Deutschland“ war Modell für solch ein Kino. Keine gerade Story, geballte Visionen, das Nazireich als Ende der Träume der Romantik – in Deutschland wurde das nicht gern gesehen. Sieben Stunden Film, am Stück gezeigt, vollkommene Absorption. Francis Coppola und Susan Sontag nahmen den Jungen in ihre Mitte, der Hollywood-Mogul mit sehr geringer Bodenhaftung, und die absolute Intellektuelle. Der Film aus Deutschland wurde in New York gezeigt und dann in die großen amerikanischen Städte geschickt, überall ausverkaufte Säle.
FilmDas Atelier als Schlachtfeld
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Der Regisseur Hans-Jürgen Syberberg im Jahr 2010 in Berlin vor einem Modell der Spitze der Kirche von Nossendorf, wo der Filmemacher lange am Wiederaufbau seines Gutshauses arbeitete.
Robert Schlesinger/picture alliance/dpaHans-Jürgen Syberberg wurde einst als Avantgarde-Filmer in den USA bestaunt, filmte seine kleinen Projekte vor allem im Studio. Es war immer zu wenig Geld da, das war vielleicht sein Glück. Nun wird der Regisseur 90 Jahre alt.
Von Fritz Göttler
