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Jürgen Habermas:Der Philosoph der Öffentlichkeit

Jürgen Habermas

Wird diese Woche 90 Jahre alt: Jürgen Habermas.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Jürgen Habermas wird neunzig. Während er mit Ehrungen und Superlativen überhäuft wird, hat der weltberühmte Philosoph sein zweibändiges Spätwerk fertig. Und worum geht es diesem Denker?

Von Johan Schloemann

Jürgen Habermas ist nicht auf Twitter. Auch nicht bei Facebook, Instagram oder Youtube. Er hat auch keine Website. Warum eigentlich nicht? Ist Habermas, der an diesem Dienstag seinen 90. Geburtstag feiert, nicht auf der ganzen Welt anerkannt als der Philosoph, der die Öffentlichkeit zum Zentrum der Demokratie erklärt? Der sich zudem selber seit Mitte des vorigen Jahrhunderts in viele politische Debatten eingeschaltet hat - von der Wiederbewaffung unter Konrad Adenauer über den Historikerstreit über den Nationalsozialismus bis zur Gentechnik und zur Euro-Krise? Sollte Habermas' einflussreiche Diskurstheorie nicht, wie er einmal den Kerngedanken zusammengefasst hat, "ein in der kommunikativen Alltagspraxis selbst angelegtes Vernunftpotential freilegen"? Ja, hat er nicht sogar in jüngster Zeit diese Theorie noch mit den Worten verteidigt, er empfinde eine "Ermutigung" dadurch, "dass auch noch in den pathologisch verzerrten Kommunikationsformen der Stachel von Wahrheitsansprüchen steckt"?

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