Gurlitt-Ausstellung in Berlin Aufarbeitung aufarbeiten

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938): "Zwei Akte auf Lager (Zwei Modelle)" um 1907/08. (34.6 x 42.8 cm).

(Foto: Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014)

Berlin zeigt die mittlerweile dritte Ausstellung zur Sammlung Gurlitt. Sie wälzt viel Material, schafft es aber kaum, die Ungereimtheiten aufzulösen.

Von Jörg Häntzschel

Als Ersatzhandlungen bezeichnet man solche, die jemand ausführt, weil ihn Hemmung oder Verdrängung an dem eigentlich beabsichtigten Tun hindern. Die Beschäftigung mit dem Kunstkonvolut des früheren NS-Händlers und -Käufers Hildebrand Gurlitt, das 2012 in der Wohnung von dessen Sohn Cornelius Gurlitt beschlagnahmt wurde, erscheint immer mehr als eine Art staatlicher Ersatzhandlung. Der Bund könnte mit Nachdruck die deutschen Museumssammlungen und die Depots des Bundesamts für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) nach Raubkunst durchsuchen. Er könnte privaten Sammlern gesetzliche Wege ...