LiteraturDie Geschichte stimmt wohl nicht ganz

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Die Freiheit der Fiktion schließt den Respekt vor dem Faktischen ein: Günter Grass 1992.
Die Freiheit der Fiktion schließt den Respekt vor dem Faktischen ein: Günter Grass 1992. Regina Schmeken/SZ Photo

Günter Grass pflegte den Mythos, er habe die „Blechtrommel“ rauschhaft in einem Zug heruntergeschrieben. Jetzt sind 450 unbekannte Seiten des Manuskripts aufgetaucht, die etwas anderes vermuten lassen.

Von Lothar Müller

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In seinem „Rückblick auf ,Die Blechtrommel‘“ ließ Günter Grass 1973 den „Heizungsofen in meinem Arbeitsraum“ eine Schlüsselrolle spielen. Alle Pläne hätten sich, als er zwischen 1956 und 1959 in Paris an dem Roman arbeitete, fortwährend entwertet, die Manuskripte der ersten und zweiten, schließlich der dritten Fassung den Heizungsofen gefüttert. Mit einem gewissen Recht trug der kleine Text, in dem die Endfassung des Romans als Phönix aus der Asche der Vorstufen hervorzugehen schien, den Untertitel „Der Autor als fragwürdiger Zeuge“. Denn der Heizungsofen im Souterrain des Hauses, in dem Grass und seine Frau Anna lebten, war so gefräßig denn doch nicht.

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