bedeckt München

Großformat:Elfenwerkstatt

(Foto: 2018 The ULULU Company. DISENCHANTMENT TM & © The ULULU Company. All Rights Reserved.)

Nach den "Simpsons" und "Futurama" hat Matt Groening eine neue Serie geschaffen, die "Disenchantment" heißt. Für die SZ hat er eine Seite gestaltet, die zeigt, wie er seine Figur Elfo entworfen hat.

Von Karoline Meta Beisel

Wenn man die "Simpsons" in die Welt von "Game of Thrones" verpflanzen würde, käme wohl so etwas wie "Disenchantment" heraus (auf deutsch etwa: Entzauberung). Die neue, dritte Animationsserie von "Simpsons"-Erfinder Matt Groening spielt zwar in einer recht klassischen Fantasywelt, die von machthungrigen Königen, Orks und anderen Fabelwesen bevölkert wird. Aber die Hauptfigur, eine Prinzessin namens Bean, hat partout keine Lust, den für sie auserkorenen Prinzen zu heiraten, trinkt zu viel Alkohol und verhält sich auch sonst wenig prinzessinnenhaft. Lieber bringt sie sich und ihre Freunde in Schwierigkeiten. Ihre Freunde, das sind ihr persönlicher Dämon Luci und die Figur, die Groening für dieses Großformat ausgesucht hat: Elfo, der Elf. Der naive, liebenswerte Elfo hat die ersten 18 Jahre seines Lebens wohlbehütet im Elfenwald verbracht, jetzt will er mehr sehen von der Welt. Allen Warnungen zum Trotz verlässt er sein Zuhause, und trifft im Königreich Dreamland bald auf Bean und Luci.

Auf dieser Seite, die Groening für die SZ angefertigt hat, sieht man, wie aus einer groben Skizze in mehreren Schritten die fertige, kolorierte Zeichnung entsteht. Auf den ersten Bildern kann man zum Beispiel noch die schlichten geometrischen Formen erkennen, aus denen Elfos Körper zusammengesetzt ist. Später sind sie nicht mehr sichtbar. Außerdem hat der Morgenstern mehr Dornen bekommen. Schon als er in den Neunzigerjahren anfing, über seine Science-Fiction-Serie "Futurama" nachzudenken, habe er auch mit einer Fantasy-Serie geliebäugelt, sagt Groening. Damals habe er sich aber noch nicht so recht getraut; Science Fiction kam ihm im Vergleich leichter vor.

Von Groenings anderen Serien unterscheidet sich "Disenchantment" aber nicht nur durch das Genre: Anders als bei "Futurama" und den "Simpsons" stehen die Episoden von "Disenchantment" nicht für sich. Statt dessen erzählen die zehn Folgen der ersten Staffel eine lange Geschichte, und gleich die erste Folge endet mit einem Cliffhanger - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zuschauer dürften es verschmerzen: Die Serie ist wird von 17. August an bei Netflix zu sehen sein. Dort dauert es keine fünf Sekunden, bis die nächste Folge läuft.

© SZ vom 28.07.2018
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema