Großformat:Aus der Werkstatt des Animationsfilms

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Der spanische Trickkünstler Sergio Pablos hat für Netflix eine Weihnachtskomödie namens "Klaus" realisiert. Wir zeigen die Entwürfe.

Von David Steinitz

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Der spanische Animationsfilmkünstler Sergio Pablos arbeitet schon seit den Neunzigerjahren in Hollywood. Dort lernte er sein Handwerk vor allem als "Character Designer" bei der Walt Disney Company, wo er zum Beispiel an den Trickfilmen "Der Glöckner von Notre Dame", "Herkules" und "Tarzan" mitarbeitete. Seinen endgültigen Durchbruch in den USA hatte er 2010 mit dem Animationsfilm "Ich - Einfach unverbesserlich", als er mit Kollegen die kleinen gelben Egoismus-Monster-Männchen namens "Minions" miterfand.

Für den Streamingdienst Netflix hat Pablos nun als Regisseur und Drehbuchautor die erste Animationsfilm-Eigenproduktion des Unternehmens inszeniert: "Klaus" ist ein Weihnachtstrickfilm und geht am 15. November in der Netflix-Mediathek online. Das Projekt ist zwar mit amerikanischen Sprechern auf Englisch realisiert worden, aber eine internationale Produktion mit Mitarbeitern aus 27 Ländern. "Klaus" besteht insgesamt aus etwa einer Million Handzeichnungen. Der Film handelt von einem jungen Postbotenlehrling namens Jesper, der aufgrund akuter Faulheit auf eine eiskalte Insel hoch über dem nördlichen Polarkreis strafversetzt wird.

Er darf erst wieder zurück, wenn er mindestens 6000 Briefe zugestellt hat - nur verschickt dort niemand Post. Auf der kleinen Dorfinsel gibt es lediglich zwei seit Generationen zerstrittene Familien, die sich lustvoll gegenseitig bekriegen. Dann lernt Jesper einen geheimnisvollen Schreiner namens Klaus kennen, der wunderschönes Spielzeug herstellt, das Jesper statt der Briefe austragen kann. Und dies führt nicht nur zur Versöhnung der Dorfbewohner, sondern ist auch der Beginn der Legende vom Weihnachtsmann. "Die Idee", erzählt Sergio Pablos, "kam mir, als mir auffiel, dass der Weihnachtsmann gar keine richtige Hintergrundgeschichte hat".

Pablos sagt außerdem, dass ihn an einem Trickfilm weniger das Design als die Darstellung der Charaktere interessiert. "Meine Erfahrung als Animator im Trickgeschäft hat mich gelehrt, dass man den Zuschauern durch Mimik und Gestik viel mehr über eine Figur erzählen kann als durch Dialoge und alles andere." Aus diesem Grund zeigen wir an dieser Stelle seine detaillierten Entwürfe für Jesper, den Assistenten des geheimnisvollen Spielzeugmachers Klaus, bei dem Pablos besonders die Bewegung der Hände und Augen wichtig war.

© SZ vom 09.11.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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