Graphic Novel "Sabrina":Unheimliche Nachbarn

Lesezeit: 5 min

Nick Drnaso zeichnet in "Sabrina" die USA als psychotisches Land. Seine Graphic Novel wurde für den Man-Booker-Preis nominiert. Literaturpreise für Comics? Unbedingt.

Von Alex Rühle

Eine junge Frau passt auf das Haus ihrer Eltern auf. Sie versorgt die Katze, macht Tee, räumt auf und strahlt bei diesen Alltagsverrichtungen eine freundliche Ruhe aus. Ihre Schwester kommt kurz vorbei, die beiden wirken sehr vertraut und planen eine gemeinsame Reise. Am Ende dieses Auftaktkapitels sieht man die junge Frau das Haus verlassen und ahnt im Grunde schon, dass sie nie wieder auftauchen wird. Aber warum? Liegt es daran, dass die Bilder teilweise aussehen, als hätte ein unbekannter Dritter die Szene von draußen, aus dem Dunkel der Anonymität beobachtet? Oder weil die beiden Schwestern im Gespräch immer wieder Gewalt andeuten, ohne dass diese explizit zum Thema wird? Jedenfalls sickert von Anfang an etwas Unheimliches in diese Bilder ein, ähnlich einem Geruch, der unterm Türschlitz durchweht, wodurch der Comic-Künstler Nick Drnaso atmosphärisch sehr geschickt den Boden für sein eigentliches Thema bereitet.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Depressive junge Frau abhängig von Medikamenten PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xMarcusxB
Familie und Partnerschaft
Das Monster in mir
Thoughtful senior man sitting on chair in living room; Aengste
Gesundheit
Wie ich meinen Ängsten den Kampf ansagte
Reden wir über Geld
"Wem zum Teufel soll ich jemals dieses Zeug verkaufen?"
Young woman sitting by a beach at sunset in winter; alles liebe
Liebeskummer
"Wir können unseren Herzschmerz abschwächen"
Altkanzler
Schröders Rückzug kann ein schlechtes Zeichen sein
Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB