Goooooooogle wächst und wächst Hase und Google

Google ist groß. So groß, dass inzwischen die Europäer unter der Führung Deutschlands und Frankreichs eine Art Gegen-Google planen. Quaero (lat. "Ich suche") soll es heißen. Dahinter verbirgt sich die Idee einer Suchmaschine für bedeutende "Dokumente des Kulturerbes", wie es etwas schwammig heißt. Entwickelt werden soll Quaero von führenden deutschen und französischen Unternehmen wie Thomson, Siemens, France Télécom und der Deutschen Telekom. Ein Topf von immerhin eins oder gar zwei Milliarden Euro soll dafür aufgebracht werden - wenn die Europäische Kommission mitzieht. Das klingt gewaltig, ist aber eher rührend, wenn man bedenkt, dass Google allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 327 Millionen Dollar nur für Forschung und Entwicklung ausgegeben hat.

Anlässlich der Consumer Electronics Show in Las Vegas vor wenigen tagen stand Herr Page auch mal auf der Stoßstange. Auf dem Schlauch steht er nie.

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Nüchtern betrachtet kann man das alles nicht fassen. Allerdings muss man bei Googles geschätztem Börsenwert von um die 130 Milliarden Dollar ja auch fast nicht mehr überlegen, ob ein Unternehmen, das auf der Forbes-Platinum-Liste der 400 erfolgreichsten Unternehmen nur deshalb noch nicht auftaucht, weil es weniger als zwei Jahre an der Börse notiert ist, ob ein solches Unternehmen auch immer sinnvolle Dienste anbietet. Beziehungsweise: Dienste, deren tieferer Sinn oft gar nicht abzusehen ist. Denn die Firma mit Stammsitz im kalifornischen Mountain View überschlägt sich seit einiger Zeit mit immer neuen Angeboten, die bereits dann in aller Munde sind, wenn sie das so genannte Beta-Stadium, das Stadium der ersten Härtetests, noch gar nicht verlassen haben.

So machte zu Jahresende Google durch eine fünfprozentige Beteiligung an AOL von sich reden, weil man vermutete, dass Google nun ins Geschäft mit Bezahl-Fernsehen und -Videos einsteigen könnte. Zuvor hörte man von der im Aufbau befindlichen Google-Bibliothek, für die schon bald 15 Millionen Bücher digitalisiert werden sollen. Am Dienstag wurde vermeldet, dass Google innerhalb von drei Jahren 1,14 Milliarden Dollar in den Aufkauf von dMarc Broadcasting investieren wird, in ein Unternehmen, das automatisiert Werbeanzeigen an Radio-Stationen verschickt.

Alles dies aber ist nichts gegen die Innovation "Google Base", eine Universal-Datenbank, die nahezu alles erfassen soll, was man so an Wort, Bild und Ton in Bits und Bytes niederlegen kann: Private Verkaufsanzeigen, Coupons und Event-Termine, Jobangebote, Blogs und Vlogs ebenso wie News, Rezensionen und Kochrezepte. Der Clou dieses Anzeigen-Konglomerats besteht darin, dass die Nutzer aus Eigeninteresse aktiv zum Wachstum der Datenbanken beitragen. Google stellt die Infrastruktur und übernimmt die Aufbereitung der Inhalte - wie auch ihre intelligente Verknüpfung. "Mashup" heißt das Stichwort: Gemeint ist die sinnvolle Kombination von Einträgen, die erst im Verein einen, sagen wir: geldwerten Vorteil bieten. Etwa die Verknüpfung von Wohnungsinseraten mit den Ansichten von "Google-Earth."

Google führt eins zum anderen. Und das macht seinen Erfolg aus. Ein Erfolg, der auf einer alten, nun ins Web übertragenen Formel basiert: Masse und Macht.