Am Donnerstag wehrte sich das Meer dann doch einmal. Eineinhalb Wochen lang hatte die Sonne mit eiserner Fröhlichkeit herabgebrannt auf die Stadt, über die Thomas Mann einst geschrieben hatte, sie verberge „aus Gewinnsucht“ eine in ihr rumorende Krankheit. Gegen Ende der Filmfestspiele von Venedig aber, am Donnerstag, als dort ein Dokumentarfilm über angeblich systematische Kriegsverbrechen der israelischen Armee in Gaza 25 Minuten lang stehend beklatscht wurde, verdunkelte sich der Himmel. Ein Sturm trieb schwere Wellen an den Strand vor den Festivalbauten.
FilmfestspieleNoch einmal bebt die alte Welt
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May el-Toukhy (re.) war die einzige Frau, die mit einem Spielfilm in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen eingeladen wurde. Dann gewann sie ihn tatsächlich – und feierte mit ihrer ebenfalls prämierten Hauptdarstellerin Mathilde Arcel (li.).
Scott A Garfitt/Invision/AP/dpaDie Filmfestspiele in Venedig ließen dieses Jahr Zweifel aufkommen, ob glamouröse Festivals noch in die Gegenwart passen. Sie haben aber auch gezeigt, was mit ihnen verschwinden würde.
Von Philipp Bovermann, Venedig
