In der Nacht vom 10. auf den 11. Januar 1944 wurden 335 Jüdinnen und Juden in der Synagoge von Bordeaux eingesperrt. Es handelte sich um ein imposantes Gebäude - Bordeaux war die Heimat der größten jüdischen Gemeinschaft Frankreichs. 5000 Mitglieder zählte sie vor dem Krieg. Die stolze Tradition und gute Organisation der Gemeinde wurde ihr zum Verhängnis: Die Nazis und ihre französischen Helfer mussten nicht lange nach den Juden von Bordeaux suchen, alle Akten lagen vor, und so war es leicht, sie ausfindig zu machen und zu verschleppen. Am folgenden Tag wurden sie deportiert und später in den Vernichtungslagern ermordet, nur eine Handvoll überlebte die Shoah. Unter ihnen der Psychologe Boris Cyrulnik, der sich als Sechsjähriger in den Toiletten des Gebäudes verstecken konnte. Später würde er den Begriff der Resilienz populär machen, der seelischen Heilung nach traumatischen Erlebnissen.
Schließung der Goethe-Institute besiegeltWie man Europa zersägt
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Verheerend: Nach der Neuausrichtung der auswärtigen Kulturpolitik durch Annalena Baerbock beschließt Berlin endgültig das Aus für etliche Goethe-Institute.
Von Nils Minkmar
