Voller Stolz hat Goethe darauf hingewiesen, dass sich die Handlung seines „Faust“-Dramas über dreitausend Jahre erstrecke, „von Troia bis Missolunghi“, von der Epoche der homerischen „Ilias“ bis zum griechischen Befreiungskampf gegen die Osmanen um 1820. In Missolunghi am Golf von Patras starb am 19. April 1824 Lord Byron, der britische Dichter, der für die Unabhängigkeit der Griechen kämpfte – ein früher Tod, der Goethe tief erschütterte. Als Goethe nach langen Jahren der Unterbrechung 1825 die Arbeit am „Faust“ wieder aufnahm, integrierte er dieses Ereignis der allerjüngsten Zeitgeschichte in die Handlung des dritten Akts des zweiten Teils von „Faust“. Er verwandelte das romantische Genie in den Sohn von Faust und der antiken Heroine Helena. Als „Euphorion“ schickte er ihn in Kampf und Tod, in packenden, operntauglichen Kurzversen:
Goethes Geburtstag„Wie sprech’ ich auch so schön?“
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Man reist mit ihm wie auf Flügeln durch die Kulturgeschichte: Wie Johann Wolfgang von Goethe 1825 im zweiten Teil seines „Faust“ den Historismus erfand.
Von Gustav Seibt

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