Man muss Giorgia Meloni nicht mögen, aber es ist immer unterhaltsam, sie anzuschauen. Ihren häufig missmutigen Gesichtsausdruck zu studieren, auf das nächste Augenrollen zu warten. Sie selbst bittet darum, ihrer Mimik nicht zu viel Aufmerksamkeit zu widmen, dahinter stecke keine politische Absicht. Sie gucke halt grimmig, wenn sie sich konzentriere, hat sie im Februar 2024 beim ersten Auftritt vor der versammelten internationalen Presse in Rom gesagt, das sei schon als Kind so gewesen. Aber wenige Staats- und Regierungschefs auf dieser Welt beherrschen das Mienenspiel so gut wie die italienische Regierungschefin – und niemandem schadet ein mutwillig böser Blick weniger als ihr.
Giorgia MeloniZur Not auch charmant
Lesezeit: 6 Min.

Trump einfangen, Stabilität verkaufen, Machos ausbremsen: Warum die italienische Ministerpräsidentin und Rechts-außen-Populistin Giorgia Meloni so erfolgreich agiert.
Von Marc Beise
