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Geschichtsklitterung in "Zero Dark Thirty":5. Zweifle nie daran, dass Folter funktioniert

Wenn man das voraussetzt, ist es nur ein kleiner Schritt, um regelrecht Werbung für die Effektivität von Folter zu machen. "Am Ende zerbricht jeder, Bro' - das ist Biologie", sagt Dan zu seinem Opfer. Er wiederholt immer und immer wieder: "Wenn du mich anlügst, dann tue ich dir weh", und meint damit eigentlich: "Wenn ich dir weh tue, dann lügst du mich nicht an". Maya stimmt zu und erklärt dem verletzten, blutenden und um Hilfe flehenden Ammar, dass er sein Leiden stoppen kann, wenn er nur die Wahrheit erzählt.

Wie oft muss der amerikanischen Öffentlichkeit noch erklärt werden, dass Folter eben nicht die Erkenntnisse brachte, die ihnen die Regierung immer versprach? Wie oft muss noch gesagt werden, dass Waterboarding im Fall von Khalid Scheich Mohammed, dem Drahtzieher von 9/11, auch nach dem 183. Mal nicht funktioniert hat? Wie oft muss noch darauf hingewiesen werden, dass Folter nur irreführende oder falsche Informationen hervorbringen kann? Und auch hervorbrachte, wie im Fall von Ibn al-Shake al-Bibi, dem Libyer, der in Afghanistan ein Ausbildungslager der Al-Qaida leitete? Der "beichtete" während eines Folterverhörs durch ägyptische Beamte, dass es Massenvernichtungswaffen im Irak gebe.

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