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Geschichte der Berlinale:Rückblick

Weltstars in den Trümmern von Nachkriegs-Berlin, ein politischer Eklat und der neue Glanz am Potsdamer Platz: Die Geschichte eines Festivals das fast so alt ist, wie die Bundesrepublik Deutschland.

Die Anfänge

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Er blieb dem Festival trotzdem treu: Regisseur Michael Verhoeven 2002 mit seiner Frau Senta Berger.

(Foto: Foto: dpa)

Mit Hitchcocks "Rebecca" fing alles an. Das war der Eröffnungsfilm der ersten Berlinale am am 6. Juni 1951. "Schaufenster der freien Welt" lautete das Motto, des von der amerikanischen Militärregierung initiierten und mitfinanzierten Festivals.

Sechs Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs lagen große Teile Berlins noch immer in Trümmern. Die Bewohner der ehemaligen Kunstmetropole sehnten sich nach dem Glanz der 20er Jahre und internationaler Anerkennung.

Die erste Berlinale war dann auch ein großer Publikumserfolg mit Festakten in der ausverkauften Waldbühne und einem Feuerwerk zum Abschluss. Der Goldene Bär, von Anfang an dabei, wurde - ganz demokratisch - durch Publikumsabstimmung vergeben. Der erste Gewinnerfilm war Disneys "Cinderella".

1955 wurde Berlin von der FIAPF (International Federation of Film Producers Associations) in die Reihe der A-Festivals aufgenommen und spielt seitdem in einer Liga mit Cannes und Venedig. Vorraussetzung für das Upgrade war die Einführung einer internationale Jury, die seither die Bären vergibt.

In diesen frühen Jahren war Berlin ein Treffpunkt der Filmstars: Gary Cooper, Sophia Loren, Jean Marais, Jean Gabin, Henry Fonda, Errol Flynn, Cary Grant, Jean-Paul Belmondo und Rita Hayworth besuchten die Hauptstadt.

Der Skandal

Ende der 60er Jahre löste die Politik den Glamour ab: Der Vietnam-Film "O.K." von Michael Verhoeven führt 1970 zu einem Eklat. Die Jury nahm dem Film eigenmächtig aus dem Wettbewerb. Es hieß man habe Bedenken, ob der Film "die Verständigung zwischen den Völkern fördere".

Der Film zeigt in drastischen Bildern die Vergewaltigung und Ermordung eines Mädchens durch eine Gruppe von Soldaten, rekonstruiert nach einem authentischen Fall während des Vietnamkriegs. Die Ermordete war eine junge Vietnamesin, die Täter amerikanische GIs - der amerikanische Jury-Präsident Regisseur George Stevens fühlte sich deshalb angegriffen.

In den Protestwellen nach der Entscheidung trat die Jury zurück, das Wettbewerbsprogramm wurde abgebrochen.

Nach diesem Ereignis entscheidet sich die Festival-Leitung 1971 das Internationale Forum des jungen Films neben den traditionellen Wettbewerb zu setzen - als eine Plattform für junge und progressive Filme.