Die Schriftstellerin Christine Wunnicke ist Georg-Büchner-Preisträgerin 2026. Dies teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Der Akademie zufolge erhalte Wunnicke den Preis „für ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist.“ Ihr Œuvre habe einen unbekümmerten Eigensinn und würde mit der Auseinandersetzung zwischen Fakt und Erfindung ihre Leserschaft seit 25 Jahren verblüffen.
Wunnicke mache außerdem „im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermögliche so einen entlarvenden Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen“, begründete die Jury ihre Wahl. Die Romane seien geprägt von subtilem Sprachwitz und dem Verzicht auf Selbstreferenz. Sie vereinten das Unterhaltende und die anspruchsvolle Reflexion auf „so großartige wie diskrete Weise“.
Renommierte Schriftstellerin
Christine Wunnicke wurde 1966 in München geboren. Anfang der 1990er-Jahre erschienen erste Hörspiele und Radiofeatures, ihre ersten Romane folgten mit „Fortescues Fabrik“ im Jahr 1998 und „Jetlag“ im Jahr 2000. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin schreibt über historisch verbürgte Figuren und Wissenswelten aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Vor sechs Jahren stand ihr Roman „Die Dame mit der bemalten Hand“ auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, auch ihr jüngstes Buch „Wachs“ von 2025 wurde dort gelistet.
Der Georg-Büchner-Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur und ist mit 50 000 Euro dotiert. Die Preisverleihung soll nach Angaben einer Sprecherin am 24. Oktober im Staatstheater in Darmstadt stattfinden. Laut Satzung werden deutsche Werke, die „in besonderem Maße hervorgetreten sind und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“, ausgezeichnet.
Namensgeber ist der in Darmstadt aufgewachsene Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Freiheitskämpfer Georg Büchner (1813–1837). Im vergangenen Jahr erhielt die Schriftstellerin Ursula Krechel die Auszeichnung. Weitere Preisträger waren unter anderem Oswald Egger, Elias Canetti, Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann und Paul Celan.
Zu je einem Drittel finanzieren der Bund, das Land Hessen und die Stadt Darmstadt den Preis. Er wurde 1923 als Staatspreis des Volksstaates Hessen gegründet und wird seit 1951 von einer Jury aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und je einem Vertreter der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung und der Stadt Darmstadt verliehen.


