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Gedenkstätten - Wiesbaden:NS-Krankenmorde: Über 10 600 Todesopfer namentlich bekannt

Wiesbaden (dpa/lhe) - In Hessen liegen auf verschiedenen Gräberfeldern mehr als 10 600 Opfer der systematischen Kranken- und Behindertenmorde der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft begraben. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. 5109 namentlich bekannte Opfer sind in Hadamar bei Limburg begraben und damit hessenweit am meisten. Insgesamt wurden in Hadamar 15 000 Menschen ermordet, die meisten starben 1941 in den Gaskammern und wurden verbrannt. Hinter dem Vernichtungsprogramm des NS-Regimes verbarg sich der organisierte Massenmord an seelisch leidenden, körperlich oder geistig behinderten Menschen und an chronisch Kranken.

In Weilmünster sind den Angaben zufolge 3115 Ermordete begraben worden, auf dem Eichberg in Eltville 2081, in Idstein 353 und am Kloster Haina 23. Das Ministerium beruft sich bei den Zahlen auf Gräberlisten auf Basis von Standesamtsregistern. Neben dem Kalmenhof gebe es auch auf den Arealen in Eltville, Weilmünster und Hadamar Ehrenanlagen zum Gedenken an die Opfer. Eine Beisetzung der Verstorbenen in Einzelgräber sei nicht möglich gewesen, da die Grabanlagen zum Teil nicht mehr eindeutig hätten festgestellt werden können und mehrere Opfer in einem Grab gelegen hätten.

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